
Winter
von Clemens Gull
Der Winter ist innerhalb der Perchtenwelt eine Sinnbild-Figur. Er steht einerseits für Stillstand, Entbehrung und Geduld. Er ist keine aggressive Figur, sondern eine ernste, mahnende Präsenz.
Gleichzeitig trägt diese Figur eine zweite Bedeutungsebene: Der Winter ist nicht das Ende, sondern die notwendige Phase vor dem Neubeginn. In diesem Sinn steht er für Reinigung, Klärung und Vorbereitung. Ohne ihn gäbe es keinen Frühling. In Perchtenläufen verkörpert er daher oft den Gegenpol zu lebensfroheren, helleren Gestalten – nicht als Gegner, sondern als Teil des natürlichen Gleichgewichts.