
Lostag
von Clemens Gull
Ein Lostag ist in der Volkskunde ein bestimmter Kalendertag, dessen Wetter nach altem Volksglauben als Hinweis/„Vorzeichen“ für die Witterung der kommenden Wochen gilt – und damit (früher) auch als Orientierung für landwirtschaftliche Arbeiten wie Aussaat, Heu, Ernte.
Ein zentrales Element vieler Bauernfeiertage sind die Lostage – Tage, an denen das Wetter als Vorzeichen für kommende Wochen oder Monate galt. Diese Bauernregeln klingen manchmal skurril, haben aber oft einen erfahrungsbasierten Kern. Sie entstanden durch langjährige Beobachtung regionaler Wetterphänomene und wurden in gereimter Form weitergegeben, damit sie leichter zu merken waren.
Das Wortteil „Los“ meint hier nicht „Gewinnlos“, sondern „Geschick / Weissagung“ (also: das, was einem „beschieden“ ist). Der Lostag ist damit sinngemäß ein „Schicksals-/Omen-Tag“ fürs Wetter.
Als Tradition sind Lostage vor allem Erfahrungswissen und Merkhilfe. Einzelne Regeln (z. B. rund um den Siebenschläfertag) werden heute gelegentlich meteorologisch eingeordnet – teils mit dem Hinweis, dass sie nicht immer zuverlässig sind und stark von Großwetterlagen abhängen.