
Rügebräuche
Philippinacht
von Clemens Gull
Die Philippinacht bezeichnet im im Voralpenland die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai. Der Name leitet sich vom kirchlichen Gedenktag der Heiligen Philippus und Jakobus am 1. Mai ab. In der Volksüberlieferung ist die Bezeichnung regional gebräuchlich.
Während die Walpurgisnacht in vielen Regionen namentlich dominiert, ist Philippinacht eine lokale Bezeichnung, die denselben Zeitraum meint, jedoch stärker kirchlich benannt ist. Inhaltlich sind die Motive sehr ähnlich.
Ursprünglich eine „Freinacht“, in der Burschen für Ordnung sorgen sollten, indem sie nicht weggeschlossene Gegenstände einsammelten, die dann die Besitzer am nächsten Tag abholen mussten.
Dabei ziehen sie nachts durchs Dorf und verstellen Wagen, Bänke, Tonnen oder Gartengeräte bzw. sammeln „wandernde Gegenstände“ an zentralen Plätzen. Aber alles passiert ohne Beschädigung.
In vielen Gegenden beginnt oder endet die Nacht mit dem Bewachen bzw. Vorbereiten des Maibaums und ach dem Verhindern des Maibaumdiebstahls. Diese Nacht gilt als besonders „kritisch“ für den Maibaum.
Der Brauch ist vielerorts in Unfug und Vandalismus umgeschlagen, wobei auch Sachen zerbrochen und größere Schäden angerichtet werden. Trachten- und Brauchtumsvereine versuchen, den ursprünglichen Sinn des Brauchs wieder zu vermitteln.