
Maria Plain
von Clemens Gull
Hoch über Salzburg, auf dem Plainberg mit freiem Blick über die Stadt und die umliegenden Berge, steht die Wallfahrtsbasilika Maria Plain – die bedeutendste Wallfahrtskirche der Landeshauptstadt. Am Anfang der Geschichte steht ein Gnadenbild, das eine dramatische Reise hinter sich hatte: Während des Dreißigjährigen Kriegs überstand die Marienikone im bayerischen Regen eine Plünderung nahezu unbeschadet, was als Wunder gedeutet wurde. 1650 brachte der Salzburger Domherr Rudolf von Grimming das Bild nach Salzburg, wo es rasch zum Ziel wachsender Pilgerströme wurde.
Weil die ursprüngliche kleine Kapelle dem Andrang bald nicht mehr gewachsen war, ließ Fürsterzbischof Max Gandolf von Kuenburg zwischen 1671 und 1674 nach Plänen des Baumeisters Giovanni Antonio Dario die heutige Kirche errichten. Eine kuriose Wendung nahm die Geschichte des Originalbildes dabei selbst: Es war zwischenzeitlich nach Augsburg gelangt und kehrte erst 1676 – zwei Jahre nach der Kirchweihe – endgültig nach Maria Plain zurück, wo es seither auf dem Hochaltar verehrt wird. In der ursprünglichen Gnadenkapelle blieb dafür die älteste Kopie des Bildes zurück, die bis heute dort zu sehen ist.
Die Bedeutung des Ortes wuchs über die Jahrhunderte weiter: 1952 erhob Papst Pius XII. die Kirche in den Rang einer Basilica minor – eine Auszeichnung, die nur besonders bedeutenden Wallfahrtskirchen zuteilwird. Bis heute ist Maria Plain ein lebendiger Wallfahrtsort mit eigenem Servitenkloster, Prozessionen und einem festen Platz im kirchlichen Jahr der Stadt Salzburg – zugleich einer jener Aussichtspunkte, von denen aus Einheimische wie Gäste die Silhouette der Stadt am eindrücklichsten erleben.
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