Siebenschläfertag

Siebenschläfertag

von Clemens Gull

Der Siebenschläfertag ist ursprünglich ein kirchlicher Gedenktag und wurde später (vor allem im deutschsprachigen Raum) auch als „Lostag“ im Volksglauben bekannt – also als Tag, an dem man aus dem Wetter eine Tendenz für die nächste Zeit „ablesen“ wollte.

Der Name geht auf die Legende der Sieben Schläfer von Ephesus zurück: Sieben junge Christen sollen während der Christenverfolgung Zuflucht in einer Höhle gesucht haben und dort – der Überlieferung nach – über sehr lange Zeit geschlafen haben, bevor sie wieder entdeckt wurden. In christlicher Tradition ist damit auch der Gedanke an Auferstehung und Glaubenstreue verbunden.
Der Siebenschläfertag hat nichts mit dem Nagetier „Siebenschläfer“ als eigentlichem Anlass zu tun – die Namensgleichheit führt nur oft zu Missverständnissen.

Der Gedenktag wird im westlichen (katholischen) Kalender typischerweise am 27. Juni verortet (regional gibt es abweichende Gedenktage).

Meteorologisch wird die „Siebenschläferregel“ häufig damit erklärt, dass sich Ende Juni/Anfang Juli die Großwetterlage über Mitteleuropa oft stabilisiert – unter anderem im Zusammenhang mit der Lage und dem Verlauf des Jetstreams. Liegt er langfristig eher nördlich oder südlich, beeinflusst das die Tendenz zu stabilen Hochdruckphasen bzw. zu wechselhafteren, feuchteren Wetterlagen.