Dirndl

Das heutige Dirndlgwand entwickelte sich aus der bäuerlichen Tracht zu einer Art Alltagstracht mit leichteren Stoffen. Maßgeblich beteiligt waren das Sportmodenhaus Lanz aus Salzburg und die Salzburger Festspiele in den 1930er Jahren an der Verbreitung des Dirndls beteiligt.

Heute ist es der Mode und den regionalen Ausprägungen unterworfen. Wobei hier immer wieder die Diskussion über das „authentische Dirndl“ bzw. die „authentische Tracht“ geführt wird, aber nie beantwortet werden kann. Auch der Platz der Schleife an der Schürze führt zu Diskussionen und kann sich auch regional unterscheiden. Generell gilt jedoch folgendes (Sicht von der Trägerin):

Links gebunden

Die Trägerin ist ungebunden und offen für neue Kontakte oder sogar Flirts.

Schleife links – Glück bringt’s!

Rechts Gebunden

Vergeben, gebunden oder auch an keiner Kontaktaufnahme interessiert.
Ursprünglich galt als vergeben nur, wer bereits verheiratet war, aber diese Sicht hat sich aber glücklicherweise gelockert.

Vorne gebunden

Die klassische Bedeutung der vorne, in der Mitte gebundenen Schleif zeigt, dass die Trägerin (noch) Jungfrau oder heiratswillig ist. Heutzutage binden hauptsächlich Kinder und junge Mädchen ihre Schleife vorne in der Mitte. Wenn der Beziehungsstatus nicht in alle Welt getragen werden soll, binden Frauen die Schürze in der Mitte.

Hinten gebunden

Als verwitwet gilt wer die Schleife im Rücken in der Mitte binden. Aber auch Kellnerinnen oder Mitarbeiterinnen in der Gastronomie tragen Ihre Dirndl-Schleife meistens hinten gebunden damit sie nicht dauern stört.

Drei-Königs-Tag

Der 6. Januar ist im christlichen Festkalender das Hochfest der Erscheinung des Herrn – lateinisch: Epiphania Domini. An diesem Tag feiern Christen den Besuch der „Weisen aus dem Morgenland“ beim Jesuskind in Bethlehem.

Die Bibel selbst spricht in der Erzählung des Matthäusevangeliums übrigens nicht von Königen und nennt auch keine genaue Zahl. Dass es drei waren und dass sie Könige gewesen sein sollen, ist eine Tradition, die sich im Laufe der Jahrhunderte herausgebildet hat – wahrscheinlich, weil drei Geschenke erwähnt werden: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Die Namen Caspar, Melchior und Balthasar tauchen erst in Schriften des frühen Mittelalters auf.

Das Fest hat sehr alte Wurzeln. In der östlichen Christenheit war die Epiphanie lange sogar wichtiger als Weihnachten – sie galt als der eigentliche Tag der Offenbarung Gottes in der Welt.

Im Mittelalter entwickelte sich aus dem Fest eine lebendige Volksfrömmigkeit. In vielen Regionen Europas entstanden Prozessionen, Spiele und Umzüge, bei denen die drei Könige dargestellt wurden. Aus diesen mittelalterlichen Festspielen entwickelte sich im deutschsprachigen Raum das Sternsingen, das heute noch lebendig ist.

In Bayern und Österreich ist der 6. Januar bis heute ein gesetzlicher Feiertag, in vielen anderen deutschen Bundesländern nicht.

In Österreich und Bayern ist das Sternsingen besonders tief verwurzelt. Die österreichische Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar ist eine der größten Spendenaktionen des Landes – jedes Jahr ziehen hunderttausende Kinder durch die Straßen und sammeln Millionenbeträge für Projekte in Entwicklungsländern.

In manchen ländlichen Gegenden des Voralpenlands und Salzburger Lands ist es Brauch, nicht nur die Kreide an die Tür zu schreiben, sondern auch Weihrauch durch die Stuben zu schwenken, um böse Geister zu vertreiben, eine Mischung aus christlichem Ritus und älterem Volksglauben.

In Südtirol und Teilen Tirols gibt es zusätzlich den Brauch des Anklöpfelns in der Vorweihnachtszeit, der thematisch verwandt ist, auch hier ziehen Gruppen singend von Hof zu Hof.

Der Dreikönigstag als Ende der Weihnachtszeit

Traditionell endet mit dem 6. Januar die Weihnachtszeit im liturgischen Sinn. Der Christbaum kommt weg, die Krippe wird abgebaut, die Feiertage sind offiziell vorbei. Das gibt dem Tag auch eine besondere emotionale Qualität: Es ist ein Abschluss. Ein letztes Aufleuchten, bevor der Alltag zurückkehrt.

Bedeutung heute

Der Dreikönigstag hat sich in den letzten Jahrzehnten bemerkenswert gut gehalten. Das liegt nicht zuletzt daran, dass er durch die Sternsingeraktion eine soziale Dimension bekommen hat, die weit über das Religiöse hinausgeht. Auch Familien, die sonst wenig Kirchenbezug haben, öffnen gerne die Tür, wenn die Kinder stehen. Das Kreidezeichen über der Tür ist für viele ein bodenständiges Ritual des Neuanfangs – eine kleine Geste, die sagt: Möge in diesem Haus etwas Gutes wohnen.

Erntedankkrone

Früher überreichten Gesinde und Erntearbeiter den Bauern nach Abschluss der Erntearbeiten einen Kranz aus geflochtenem Getreide, woraufhin sie meist ein Festessen erhielten. Dieser Brauch lebt heute in der festlich geschmückten Erntekrone weiter, einer vier- oder sechsbogigen Bügelkrone, die während der Prozession in die Kirche getragen wird.

Die Erntedankkrone ist fester Bestandteil des Erntedankfests im September.

Erstkommunion

„Kommunion“ leitet sich vom lateinischen Wort für „Gemeinschaft“ ab und meint die Verbindung des Gläubigen mit Jesus Christus, der sich nach katholischem Verständnis in der geweihten Hostie schenkt. Die Eucharistie zählt zusammen mit der Taufe und der Firmung zu den sogenannten Initiationssakramenten der katholischen Kirche, also jenen Sakramenten, durch die Gläubige Anteil an der göttlichen Natur erhalten.

Die Erstkommunion ist der Moment, in dem ein Kind dieses Sakrament zum allerersten Mal empfängt. Damit ist sie kein bloßes Ritual, sondern gilt als Schwelle: ein Übergang in eine tiefere Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

Die Wurzeln der Erstkommunion reichen bis in die frühchristliche Zeit zurück. In den ersten Jahrhunderten des Christentums war es durchaus üblich, dass Kleinkinder unmittelbar nach ihrer Taufe die Kommunion empfingen. Im östlichen Christentum war diese Praxis weit verbreitet und wird teils bis heute gepflegt, während sie im westlichen Christentum weniger verbreitet war und im Wesentlichen auf Taufe und schwere Krankheit beschränkt blieb.

Vom 17. bis zum 19. Jahrhundert lag die Entscheidung, wann ein Kind reif genug für die erste Kommunion sei, ganz bei den Eltern. Die gemeinsame Feier als Gruppenritual etablierte sich erst durch Jesuitenschulen und den aufkommenden Katechismusunterricht.

Nach dem Konzil von Trient nahmen sich vor allem die Jesuiten der Erstkommunion an. Um sicherzustellen, dass das Fest der Kinder nicht durch die Osterpflichtkommunion der Erwachsenen in den Hintergrund gedrängt würde, legte man den Weißen Sonntag als eigenen Termin fest: 1661 in München, 1673 in Luzern, 1678 in Schlettstadt.

1866 äußerte sich Papst Pius IX. kritisch daran, die Erstkommunion zu lange hinauszuzögern, ohne jedoch ein verbindliches Alter festzulegen. Erst 1910 bestimmte Papst Pius X. schließlich, dass Kinder die erste heilige Kommunion empfangen sollen, sobald sie den Unterschied zwischen gewöhnlichem Brot und der Eucharistie verstehen können, was er mit etwa sieben Jahren ansetzt.

Ablauf, Symbole und typische Elemente

Der Weiße Sonntag

Traditionell findet die Erstkommunion am ersten Sonntag nach Ostern statt, dem sogenannten Weißen Sonntag. Dieser Name geht auf eine frühe Praxis zurück, bei der Erwachsene in der Osternacht getauft wurden und ihr weißes Taufkleid eine Woche lang trugen. Erst seit Mitte des 19. Jahrhunderts gilt der Weiße Sonntag als allgemeiner Termin für die feierliche Erstkommunion, wobei es nach diözesanem Recht inzwischen begründete Ausnahmen gibt.

Kleidung als Botschaft

Die Idee der „geistlichen Hochzeit“ spiegelte sich von Anfang an in der Kleidung wider: Mädchen trugen lange weiße Kleider mit Schleiern oder Haarkränzen, Buben ihren ersten dunklen Anzug. Die Mädchen knüpften damit an eine ältere Tradition an, die Täuflinge als „Bräute Christi“ symbolisch in Weiß kleidete.

Seit den 1970er Jahren setzen viele Pfarrgemeinden einheitliche Alben durch, um soziale Unterschiede zwischen den Familien zu glätten, denn die Erstkommunion macht auch sichtbar, wer wie groß und festlich feiern kann.

Kerze, Kreuz und Kommunionbuch

Zu den klassischen Symbolen des Tages gehören die Kommunionkerze als Zeichen des Lichts Christi, das Kreuz als Bekenntnis zum Glauben sowie die Hostie selbst, die Reinheit und die Einheit mit der Gemeinde verkörpert.

Vorbereitung

Die Vorbereitung auf die Erstkommunion beginnt in den meisten Pfarren bereits im Herbst. Dabei werden biblische Geschichten erzählt, es wird gebastelt, gebetet, gespielt und gemeinsam gejausnet. Die Kinder werden nicht nur auf den Empfang der Hostie vorbereitet, sondern vertiefen gleichzeitig ihr Wissen über den katholischen Glauben und erleben Gemeinschaft.

Regionale Besonderheiten im Alpenraum

In Österreich feiern Kinder die Erstkommunion in der Regel in der zweiten Klasse Volksschule, also mit etwa acht Jahren. In Bayern liegt das Alter ähnlich, meist in der dritten Klasse Grundschule. Der genaue Termin variiert von Pfarre zu Pfarre: Während manche Gemeinden weiterhin am Weißen Sonntag festhalten, feiern andere an Christi Himmelfahrt oder an einem anderen Sonntag in der Osterzeit.

Im ländlichen Alpenraum ist die Erstkommunion bis heute stärker in die Dorfgemeinschaft eingebettet als in städtischen Pfarren. Familien, Verwandte, Paten und Nachbarn kommen zusammen, das Fest nach der Messe kann sich über Stunden erstrecken. Nach der Heiligen Messe wird gegessen, zusammengesessen und gefeiert, Geschenke werden überreicht und der Tag bleibt für das Kind wie für die ganze Familie ein prägendes Erlebnis.

In einigen traditionsbewussten Familien Salzburgs und Tirols tragen die Mädchen zur Erstkommunion noch die regionale Festtagstracht anstelle des klassischen weißen Kleides, was dem Brauch eine besondere lokale Färbung verleiht.

Bedeutung heute

Soziologisch betrachtet ist die Erstkommunion ein Übergangsritual, ein Moment, in dem ein Kind zwischen zwei Welten steht: nicht mehr ganz klein, aber noch nicht groß, eingebettet in Familie, Gemeinde und Tradition. Diese Funktion erfüllt sie unabhängig davon, wie tief der persönliche Glaube der einzelnen Familie verwurzelt ist.

Auch in einer Zeit, in der die Kirchenbindung in Österreich und Bayern merklich zurückgeht, erlebt die Erstkommunion kaum einen Bedeutungsverlust als Familienfest. Für viele Eltern ist sie der Anlass, Kindern etwas vom eigenen religiösen und kulturellen Erbe mitzugeben, selbst wenn der Alltag wenig damit zu tun hat.

Fatimagebet

Das Fatimagebet – auch Fatima-Gebet genannt – wird traditionell nach jedem Gesätz (jedem Zehner) des Rosenkranzes angehängt. Offiziell ist es nicht Teil des ursprünglichen Rosenkranzgebets, hat sich aber fest im Volksglauben verankert.

Latein

Domine Iesu, dimitte nobis debita nostra,
salva nos ab igne inferni,
perduc in caelum omnes animas,
praesertim eas, quae misericordiae tuae maxime indigent.
Amen.

Deutsch

O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden!
Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
Führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Amen.

Herkunft

Das Gebet stammt aus den Marienerscheinungen von Fátima im portugiesischen Wallfahrtsort gleichen Namens: Zwischen Mai und Oktober 1917 berichteten die drei Hirtenkinder Lucia Santos sowie ihre Cousins Francisco und Jacinta Marto von wiederholten Erscheinungen einer weiß gekleideten Frau, die die katholische Kirche als die Muttergottes deutet. Der Überlieferung der Kinder nach lehrte die Erscheinung sie dieses Gebet und bat darum, es nach jedem Rosenkranz-Gebetsblock anzuschließen.

Verwendung

Auch wenn das Fatimagebet kein Bestandteil des von Papst Pius V. 1569 festgelegten Rosenkranz-Textes ist, hat es sich seit der kirchlichen Anerkennung der Fátima-Erscheinungen 1930 rasch verbreitet und gehört heute vielerorts selbstverständlich zum Rosenkranzgebet dazu – als kurze Bitte um Barmherzigkeit, eingeschoben zwischen den Gebetsblöcken, bevor mit dem nächsten Zehner Ave Maria begonnen wird.

Fensterln

Nach Einbruch der Dunkelheit, wenn im Dorf die letzten Lichter erloschen, schlich sich mancherorts ein junger Mann mit einer Leiter zu einem bestimmten Haus. Leise lehnte er sie ans Mauerwerk, stieg hinauf und klopfte sacht an ein Fenster im Obergeschoß, hinter dem seine Angebetete schlief – oder auf genau dieses Klopfen wartete. Was folgte, war ein nächtliches Beisammensein unter Ausschluss der Öffentlichkeit: das Fensterln, eine der eigenwilligsten Formen der Brautwerbung, die der Alpenraum kennt.

Vom Gasslgehen zum Fensterln

Seinen Ursprung hat der Brauch im sogenannten Gasslgehen: Junge Männer zogen abends durch die Gassen und trugen unter dem Fenster der Umworbenen einstudierte, oft formelhafte Sprüche vor. Die junge Frau antwortete mit ebenso festgelegten Gegenreden, die je nach Wortlaut Zustimmung oder Abfuhr bedeuteten – eine Art codiertes Ritual, bei dem beide Seiten wussten, woran sie waren, ohne dass ein einziges freies Wort fallen musste. Aus diesem verbalen Vorspiel entwickelte sich vielerorts die konkretere Form des Fensterlns, bei der der Werbende tatsächlich zum Fenster emporstieg, um seine Zuneigung nicht nur zu behaupten, sondern zu zeigen.

Warum es die Nacht brauchte

Dass sich dieser Brauch überhaupt etablieren konnte, sagt viel über das dörfliche Leben vergangener Jahrhunderte aus. Unverheiratete junge Leute durften sich tagsüber und in aller Öffentlichkeit nicht unbeaufsichtigt treffen – strenge Sitten und elterliche Verbote sorgten dafür, dass selbst harmlose Gespräche zwischen Liebesleuten argwöhnisch beäugt wurden. Die Nacht bot einen Ausweg: Was am Tag als anstößig gegolten hätte, wurde im Schutz der Dunkelheit stillschweigend geduldet, solange es diskret blieb. Das Fensterln war damit weniger ein Bruch der dörflichen Ordnung als vielmehr ihr eingebautes Schlupfloch – eine Art brauchtümlich sanktionierte Grauzone zwischen Verbot und Verständnis.

Ein Brauch mit vielen Namen

Verbreitet war das Fensterln vor allem im süddeutschen Raum und im Westen Österreichs, doch praktisch jede Region des deutschsprachigen Alpenvorlands kannte eine eigene Spielart davon. Im Berner Oberland sprach man vom Kiltgang, in Bayern und Österreich auch vom Kammerfensterln, in Norddeutschland von der Nachtfreierei, in Friesland vom Korteln und in Graubünden vom Z'Hengert gehen. So unterschiedlich die Namen klingen, so ähnlich war das Grundprinzip: ein nächtlicher, halb geheimer, halb geduldeter Besuch bei der oder dem Auserwählten, außerhalb der wachsamen Augen der Erwachsenen.

Vom ernsten Brauch zum Spaß

Mit dem Wandel der Gesellschaft hat das Fensterln seinen ursprünglichen Sinn weitgehend verloren. Junge, unverheiratete Menschen können sich heute ohne Weiteres öffentlich zeigen, wohnen oft schon lange vor der Heirat nicht mehr bei den Eltern, und die strengen dörflichen Sitten von einst sind vielerorts verblasst. Wo das Fensterln heute noch vorkommt, geschieht es meist aus Übermut oder als romantische Geste mit einem Augenzwinkern – nicht mehr aus Notwendigkeit. Wer es in manchen norddeutschen Regionen dennoch ernsthaft versucht, sollte sich im Übrigen bewusst sein, dass ein unangekündigter nächtlicher Fensterbesuch rechtlich durchaus als Hausfriedensbruch gewertet werden kann und längst nicht überall als liebenswertes Kulturgut durchgeht.

Geblieben ist die Erinnerung an eine Zeit, in der Zuneigung sich nicht in Nachrichten, sondern in nächtlichen Klettertouren ausdrückte – und in der ein knarrendes Fenster mehr verriet als jedes offene Gespräch am Tag.

Firmung

Firmung, das klingt fest und bestimmt, und genau das steckt auch dahinter. Das Wort leitet sich vom lateinischen confirmare ab, also bestärken oder bekräftigen. Im Sakrament der Firmung ruft ein Nachfolger der Apostel den Heiligen Geist auf bereits Getaufte herab, damit diese ihr Christsein ernst nehmen und kraftvoller leben können.

Innerhalb der katholischen Kirche zählt die Firmung zu den sieben Sakramenten. Gemeinsam mit Taufe und Erstkommunion bildet sie die drei sogenannten Initiationssakramente, also jene Feiern, durch die ein Mensch zum vollen Mitglied der Kirche wird, mit allen Rechten und Pflichten.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

In der frühen Kirche wurden die Täuflinge, damals meist Erwachsene, sofort nach der Taufe vom Bischof mit dem Chrisam, einem geweihten Öl, gesalbt. Er legte ihnen die Hände auf und rief Gottes Geist auf sie herab. Taufe, Firmung und Erstkommunion fanden also als einheitlicher Ritus statt.

Als später die Kindertaufen immer gebräuchlicher wurden, begannen sich diese Sakramente zeitlich voneinander zu lösen. So ist die Firmung, wie wir sie heute kennen, nach und nach als eigenständige Feier entstanden.

Einen frühen Hinweis auf diese ursprüngliche Einheit liefert der Kirchenvater Tertullian, der um 200 n. Chr. in Karthago eine Praxis beschreibt, bei der Taufe und Salbung kaum voneinander zu trennen waren.

Im Osten, also in der orthodoxen und den unierten Kirchen, ist diese Einheit der drei Initiationssakramente bis heute erhalten geblieben. Im Westen hingegen hat sich die Firmung als eigene, oft Jahre nach der Taufe gefeierte Feier etabliert.

Ablauf und zentrale Elemente

Der Kern der Firmungsfeier ist die Salbung. Der Bischof, oder ein von ihm beauftragter Priester, legt dem Firmling die Hand auf und salbt dessen Stirn mit Chrisam, einem Olivenöl mit wohlriechenden Zusätzen, das in der Karwoche eigens geweiht wird. Dabei spricht er:

[Name],
sei besiegelt mit der Gabe Gottes,
dem Heiligen Geist.

Während dieses Moments steht der Firmpate oder die Firmpatin hinter dem Firmling und legt ihm die rechte Hand auf die Schulter, als sichtbares Zeichen von Begleitung und Beistand beim Übergang ins vollwertige Christsein.

In vielen Gemeinden ist es zudem üblich, dass der Firmling sich einen Heiligennamen wählt, den sogenannten Firmnamen, den er als persönliches Zeichen annimmt.

Regionale Besonderheiten

In Österreich können Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr das Sakrament der Firmung empfangen, wobei das tatsächliche Firmalter je nach Diözese zwischen 12 und 17 Jahren schwankt. Das Sakrament wird traditionell rund um Pfingsten gespendet, was inhaltlich sehr naheliegt: Pfingsten gilt als Fest des Heiligen Geistes, und genau dieser Geist soll in der Firmung den Jugendlichen gestärkt werden.

In Bayern und dem Alpenvorland ist es eher üblich, dass nur der Firmpate den Firmling in der Zeremonie begleitet, während in anderen Regionen auch die gesamte Familie vor den Bischof tritt.

Traditionell schenkte man dem Firmling zur Erinnerung etwas Bleibendes. Firmpaten schenkten früher oft ein Gebetbuch oder einen Rosenkranz, Wohlhabendere eine silberne oder goldene Uhr, einen Anzug oder ein Essbesteck. In einigen Gegenden ist die erste eigene Uhr als Firmgeschenk bis heute lebendig, wobei das wohl auch symbolisch zu verstehen ist: Eine neue Zeit beginnt.

Ein weiterer Brauch, der sich in jüngerer Zeit merklich verbreitet hat, ist das Tragen von Dirndl oder Tracht zur Firmung, was wohl mit der allgemeinen Rückbesinnung auf regionale Festkleidung zusammenhängt.

Traditionell verbrachte der Firmling den Tag nach dem Gottesdienst gemeinsam mit seinem Paten: Beide suchten sich eine Beschäftigung oder ein Ausflugsziel aus und gestalteten den Tag zu zweit. Erst in den letzten Jahrzehnten hat die große Familienfeier diese intimere Form des Paten-Tages zunehmend abgelöst.

Bedeutung heute

Die Firmung ist heute in vielen Familien mehr als ein kirchliches Pflichtprogramm. Sie markiert einen echten Übergang, das Ende der Kindheit, der Beginn von etwas Neuem. Auch für Jugendliche, die dem Glauben distanziert gegenüberstehen, kann die Firmung ein Moment sein, an dem sie sich zum ersten Mal bewusst mit der Frage auseinandersetzen: Was glaube ich eigentlich?

Gleichzeitig ist nicht zu übersehen, dass die Zahl der Firmlinge in Österreich zurückgeht. Die Gesellschaft verändert sich, und mit ihr das Verhältnis zu religiösen Übergangsritualen. Trotzdem: Für viele Familien im Alpenraum ist die Firmung nach wie vor ein Fest, das die Gemeinschaft zusammenführt, Generationen verbindet und einem Jugendlichen sagt, dass er jetzt dazugehört.

Floriani

Der heilige Florian ist bekannt als Schutzpatron gegen Feuer und der Feuerwehren. Im bäuerlichen Kontext bat man ihn um Schutz für Haus und Stadel. Gerade in Regionen mit häufigen Gewittern war dieser Tag, der 4. Mai, wichtig.

Georgi

Der heilige Georg gilt als Schutzpatron der Pferde und des Viehs. Sein Festtag (23. April) markierte traditionell den Beginn des Weidetriebs – die Tiere kamen nach dem langen Winter wieder ins Freie. In manchen Regionen wurden Pferde und Rinder am Georgitag gesegnet oder dreimal um die Kirche geführt.

Gloria

Das Gloria ist ein wichtiger Bestandteil der katholischen Liturgie, es eröffnet die Messe wie eine Ouvertüre und stimmt die Gläubigen auf den Gottesdienst ein. Es ist ein Lobgesang, der die Herrlichkeit Gottes feiert und seine Gnade anerkennt. Der Text des Gloria stammt aus der Bibel und ist eine Mischung aus Lobpreis und Bitte um Barmherzigkeit.

Zusätzlich zu dem, ist es wichtig zu beachten, dass das Gloria nicht nur in der katholischen Kirche, sondern auch in vielen anderen christlichen Traditionen gesungen wird, einschließlich der orthodoxen und protestantischen Kirchen. Es wird oft in feierlichen Gottesdiensten und besonderen Anlässen wie Weihnachten und Ostern gesungen.

Der Text des Gloria variiert je nach Tradition und Sprache, aber die grundlegende Botschaft bleibt die gleiche: Es ist ein Ausdruck der Freude und Dankbarkeit gegenüber Gott für seine Liebe und Gnade. Es ist auch eine Anerkennung der Dreifaltigkeit, da es Gott den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist lobt.

Ehre sei Gott in der Höhe
und Friede auf Erden den Menschen seiner Gnade.
Wir loben dich,
wir preisen dich,
wir beten dich an,
wir rühmen dich und danken dir,
denn groß ist deine Herrlichkeit:
Herr und Gott, König des Himmels,
Gott und Vater, Herrscher über das All,
Herr, eingeborener Sohn, Jesus Christus,
Herr und Gott, Lamm Gottes, Sohn des Vaters,
du nimmst hinweg die Sünde der Welt: erbarme dich unser;
du nimmst hinweg die Sünde der Welt: nimm an unser Gebet;
du sitzest zur Rechten des Vaters: erbarme dich unser.
Denn du allein bist der Heilige,
du allein der Herr,
du allein der Höchste:
Jesus Christus, mit dem Heiligen Geist,
zur Ehre Gottes des Vaters.

Amen.