Andreasgebet
Gebet

Fatimagebet

von Clemens Gull

Das Fatimagebet – auch Fatima-Gebet genannt – wird traditionell nach jedem Gesätz (jedem Zehner) des Rosenkranzes angehängt. Offiziell ist es nicht Teil des ursprünglichen Rosenkranzgebets, hat sich aber fest im Volksglauben verankert.

Latein

Domine Iesu, dimitte nobis debita nostra,
salva nos ab igne inferni,
perduc in caelum omnes animas,
praesertim eas, quae misericordiae tuae maxime indigent.
Amen.

Deutsch

O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden!
Bewahre uns vor dem Feuer der Hölle!
Führe alle Seelen in den Himmel,
besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen.
Amen.

Herkunft

Das Gebet stammt aus den Marienerscheinungen von Fátima im portugiesischen Wallfahrtsort gleichen Namens: Zwischen Mai und Oktober 1917 berichteten die drei Hirtenkinder Lucia Santos sowie ihre Cousins Francisco und Jacinta Marto von wiederholten Erscheinungen einer weiß gekleideten Frau, die die katholische Kirche als die Muttergottes deutet. Der Überlieferung der Kinder nach lehrte die Erscheinung sie dieses Gebet und bat darum, es nach jedem Rosenkranz-Gebetsblock anzuschließen.

Verwendung

Auch wenn das Fatimagebet kein Bestandteil des von Papst Pius V. 1569 festgelegten Rosenkranz-Textes ist, hat es sich seit der kirchlichen Anerkennung der Fátima-Erscheinungen 1930 rasch verbreitet und gehört heute vielerorts selbstverständlich zum Rosenkranzgebet dazu – als kurze Bitte um Barmherzigkeit, eingeschoben zwischen den Gebetsblöcken, bevor mit dem nächsten Zehner Ave Maria begonnen wird.

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