Adventkranz

Der Ursprung des Adventkranzes lässt sich auf den evangelischen Theologen Johann Wichern zurückführen. Im Jahr 1838 brachte er erstmals ein Wagenrad mit 23 Kerzen (bis zu 24 kleine rote für die Werktage bis Weihnachten und vier dicke weiße für die Sonntage) im Betsaal des Rauhen Hauses, in Hamburg, an.

Der Adventskranz, eine weitverbreitete Tradition in vielen Haushalten, Kirchen und Gemeinden, hat eine faszinierende Geschichte, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich waren Kränze vor allem in evangelischen Kirchen und Gebetshäusern zu finden, bevor sie später auch in vielen Wohnhäusern Einzug hielten. Die Entwicklung des Adventskranzes nahm jedoch eine interessante Wendung.

Im Jahr 1925 eroberte der Brauch schließlich auch die katholischen Kirchen. Der ursprüngliche „Wichernkranz“ war je nach Länge der Adventszeit mit bis zu 28 Kerzen geschmückt. Jedoch stellte sich heraus, dass nicht jeder genug Platz an der Decke für einen so großen Kerzenkranz hatte. Als Lösung wurde die Anzahl der Kerzen auf die vier großen Kerzen reduziert, eine für jeden Sonntag im Advent.

Die Festlegung auf genau vier Sonntage geht auf Papst Gregor I. im Mittelalter zurück. Er verfügte, dass die Adventszeit, die Vorbereitungszeit auf die Ankunft des Herrn, vier Sonntage umfassen sollte. Diese Entscheidung ermöglichte es den Gläubigen, sich angemessen auf das Weihnachtsfest vorzubereiten. Interessanterweise erhielt jeder Adventssonntag sogar seinen eigenen Namen.

  • 1. Adventsonntag
    Ad te levavi animam meam
    Zu dir erhebe ich meine Seele, Psalm 25,1
  • 2. Adventsonntag
    Populus Sion, ecce Dominus veniet ad salvandas gentes
    Volk von Zion, siehe, der Herr wird kommen, zu retten die Völker, Jesaja 30,19.30
  • 3. Adventsonntag
    Gaudete in Domino semper
    Freut euch im Herrn allezeit, Philipper 4,4
  • 4. Adventsonntag
    Rorate, caeli desuper, et nubes pluant iustum: aperiatur terra, et germinet salvatorem
    Tauet, ihr Himmel, von oben, ihr Wolken, regnet den Gerechten: Es öffne sich die Erde und sprosse den Heiland hervor, Jesaja 45,8

Ein beeindruckendes Beispiel für die Fortführung dieser Tradition findet sich im Rauhen Haus in Hamburg wieder. Dort brennt bis heute ein Adventskranz, so groß wie ein Wagenrad, mit einer Kerze für jeden Tag des Advents. Diese kontinuierliche Praxis zeugt von der Bedeutung und Beständigkeit des Adventskranzes als Symbol der Vorfreude und Vorbereitung auf die festliche Zeit des Jahres.

Adventsingen

Das Adventsingen ist heute im gesamten Alpenraum verbreitet. Aber woher kommt es? Und was unterscheidet es eigentlich von einem Krippenspiel?

Was ist ein Adventsingen?

Ein Adventsingen ist eine musikalische Feier in der Vorweihnachtszeit, in der Regel mit Volksmusik, alpenländischem Liedgut, Texten und manchmal auch kurzen szenischen Elementen. Es findet meist in der Kirche, im Gemeindehaus oder in einem Festsaal statt, oft an einem oder mehreren Adventswochenenden.

Im Mittelpunkt steht das Singen selbst: von Ensembles, Chören, Sängerinnen und Musikanten. Die Zuhörerinnen und Zuhörer sind meistens Publikum — auch wenn es je nach Tradition Momente des gemeinsamen Singens geben kann.

Das Adventsingen ist kein Krippenspiel. Der Unterschied ist klar:

  • Das Krippenspiel ist eine gespielte Darstellung der Weihnachtsgeschichte mit verteilten Rollen, Kostümen, Dialog. Es hat Schauspielcharakter und erzählt eine Geschichte.
  • Das Adventsingen ist eine musikalische Darbietung und es kann durchaus szenische Elemente, Texte oder eine rahmende Handlung enthalten, aber das Singen und Musizieren steht im Vordergrund. Es ist kein Theaterstück.

In manchen Aufführungen. besonders beim Salzburger Adventsingen im Großen Festspielhaus, fließen szenische Elemente, Texte und Musik so eng ineinander, dass die Grenze zum oratorischen Musiktheater fließend wird. Das macht den Brauch interessant, aber auch schwerer eindeutig einzuordnen.

Die Herkunft: Salzburg, 1946

Das Salzburger Adventsingen gilt als Ursprung und Vorbild der zahlreichen Adventsingen im deutschsprachigen Raum. Es wurde 1946 von Tobi Reiser d. Ä. ins Leben gerufen. Den Beginn seiner öffentlichen Wahrnehmung markierte eine schlichte Feier im Advent 1946, die er gemeinsam mit einigen Freunden im Volksheim am Rudolfskai in Salzburg organisierte. Am bitterkalten 5. Dezember 1946, mitten in der Not und Armut der Nachkriegszeit, lud Tobi Reiser d. Ä. Freunde und Weggefährten erstmals zu einem Adventsingen. Es war eine stille, andächtige Feier mit vertrauten Liedern und Weisen, innigen Gedanken, religiöser Volksfrömmigkeit und überlieferten Bräuchen.

Zur gleichen Zeit fand in München in der damals zerstörten Universität das erste Adventsingen auf bayerischem Boden statt, ins Leben gerufen vom bayerischen Volksmusiksammler Emanuel Kiem, genannt „Kiem Pauli“.

Beide Männer, unabhängig voneinander, griffen damit eine ältere Gewohnheit auf: das gemeinschaftliche Singen in der Stube während der Adventszeit, das in bäuerlichen Haushalten schon lange vor 1946 gepflegt worden war. Was Reiser neu schuf, war das Format: eine öffentliche, kuratierte Veranstaltung mit Programm, Ensembles und Publikum.

Vom Volksheim zum Festspielhaus

Die Feierstunde wurde zur jährlichen Tradition und die Zahl der Gäste stieg von Jahr zu Jahr. Man wechselte in immer größere Räumlichkeiten, zunächst in den Kaisersaal der Residenz, dann in die Große Aula der Universität. Schließlich 1960 in das neuerbaute Große Festspielhaus, wo es bis heute aufgeführt wird. Ab 1952 trat auch der Salzburger Schriftsteller Karl Heinrich Waggerl mit auf. Er las eigene Texte, darunter die Kleinen Christkindl-Geschichten. Seine heiter-besinnlichen Lesungen wurden ein prägendes Element.

Ein Hinweis zur Person Tobi Reiser

Es wäre unvollständig, Reiser nur als romantische Gründerfigur darzustellen. Historiker Oliver Rathkolb bestätigte 2016 in einem Gutachten Reisers politische Nähe zur NSDAP. Das Tobi-Reiser-Adventsingen wurde daraufhin umbenannt, eine der Nachfolge-Veranstaltungen heißt seither „Salzburger HirtenAdvent“, welches zusätzlich zum Adventsingen seit 2006 wieder in der großen Aula der Universität Salzburg stattfindet.

Dieser Umstand gehört zur Geschichte des Brauchs und sollte nicht verschwiegen werden.

Bedeutung heute

Das Salzburger Adventsingen wurde zum großen Vorbild unzähliger Adventsingen im gesamten Alpenraum. Heute gibt es das Format in unzähligen Varianten: kleine Pfarradventsingen, bei denen der Kirchenchor singt und vielleicht ein Bläserensemble spielt; größere Veranstaltungen in Gemeindehäusern; und die großen, inszenierten Festspielformate in Salzburg, Tirol oder Bayern. Allen gemeinsam ist der Gedanke: Volksmusik, Lied und Besinnlichkeit als bewusste Gegenbewegung zur kommerziellen Weihnachtsstimmung.

Das Adventsingen hat sich von einer kleinen Nachkriegs-Gedenkfeier zu einem der beliebtesten Adventsformate im deutschen Sprachraum entwickelt. Es lebt davon, dass es Menschen versammelt, nicht vor einem Bildschirm, sondern in einem Raum, mit echten Instrumenten, echten Stimmen.

Gleichzeitig ist es ein Brauch, der immer wieder neu verhandelt wird: Was gehört dazu? Wie viel Inszenierung verträgt er? Wie authentisch muss Volksmusik klingen? Diese Fragen haben keine endgültige Antwort und das macht den Brauch lebendig.

Das Adventsingen ist kein uralter Volksbrauch, der sich über Jahrhunderte entwickelt hat, sondern eine bewusste Schöpfung der Nachkriegszeit, die auf älteren Singtraditionen aufbaut. Tobi Reiser d. Ä. hat 1946 in Salzburg ein Format erfunden, das die Menschen offensichtlich gebraucht haben. Und das sie in vielen Varianten bis heute brauchen.

Anglöckeln

Das Anklöckeln hat seine Wurzeln im Mittelalter und gehört zur Gruppe der sogenannten Heischebräuche – also Bräuche, bei denen Menschen von Haus zu Haus ziehen, singen und dafür eine kleine Gabe (meist Essen oder Geld) erhalten. Der Name leitet sich vom „Anklopfen“ an die Türen der Häuser ab, womit man symbolisch um Einlass bat, um die frohe Botschaft der bevorstehenden Geburt Christi zu verkünden.

In den alten Überlieferungen treten die Anklöckler meist in kleinen Gruppen auf, gekleidet in einfache, bäuerliche Gewänder. Sie singen Lieder, die von der Herbergssuche Mariens, von Armut und Nächstenliebe erzählen. Die Texte und Melodien unterscheiden sich je nach Region, sind aber stets getragen von einer tiefen Frömmigkeit und Gemeinschaftsverbundenheit.

Traditionell findet das Anklöckeln an den drei Donnerstagen vor Weihnachten statt – in manchen Orten ausschließlich am letzten Donnerstag vor dem Heiligen Abend.

Die Gruppe – meist bestehend aus Männern, manchmal aber auch gemischt oder mit Kindern – zieht mit Laternen von Haus zu Haus. Dort werden Anklöckellieder gesungen, begleitet von Zither, Gitarre oder einfach nur durch rhythmisches Klopfen. Typische Lieder sind etwa Wer klopfet an? oder Es wird scho glei dumpa.

Als Dank erhalten die Sänger kleine Gaben: Äpfel, Nüsse, Speck oder etwas Geld, das häufig für wohltätige Zwecke gespendet wird. In vielen Gemeinden im Pongau, Pinzgau und Flachgau hat sich dieser soziale Aspekt bis heute erhalten. Ein Beispiel ist die Anklöcklergruppe in Großarl, wo jedes Jahr für Familien in Not gesammelt wird.

In vielen Salzburger Gemeinden – etwa in St. Koloman, Wagrain, Abtenau oder St. Johann im Pongau – gibt es noch aktive Anklöcklergruppen. Mancherorts werden auch Schülergruppen oder Chöre eingebunden, um den Brauch lebendig zu halten.

Anklöpfeln

Das Anklöpfeln ist ein Brauch, bei dem eine Gruppe von meist männlichen Sängern an den drei Donnerstagen vor Weihnachten, den sogenannten Klöpflnächten, den Häusern der Nachbarschaft einen Besuch abstattet. Als Hirten verkleidet, werden sie ins Haus gebeten und stimmen Lieder an, die die Geburt Jesu verkünden. Häufig werden sie auch von Musikerinnen und Musikern begleitet. Der Name leitet sich schlicht vom Anklopfen ab, dem Klopfen an fremde Türen, das im Mittelpunkt des Brauchs steht.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

Die Wurzeln des Anklöpfelns reichen bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts zurück, darauf deuten zumindest Überlieferungen hin. Nachdem das Christentum Einzug gehalten hatte, wurden ältere Bräuche beibehalten, aber mit neuem Sinn gefüllt. Den Hintergrund bildete dabei die Vorstellung der Herbergssuche von Maria und Josef: Die Weihnachtsgeschichte des Lukasevangeliums schildert nur knapp, dass kein Platz in der Herberge war. Die christliche Tradition hat daraus ein dramatisches Bild gewoben. Maria und Josef sollen an mehreren Türen geklopft und bittere Abweisung erfahren haben, bevor ein mitfühlender Wirt ihnen den Stall anbot.

Wer anklopfet, dem wird aufgetan.

Lukas 11,9

Entsprechend dem Bibelzitat entwickelte sich das Anklöpfeln ab dem Mittelalter zur kirchlichen Tradition. Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen gehen auf das 15. Jahrhundert zurück.

Warum ausgerechnet Donnerstage? Man nimmt an, dass diese Tage dem germanischen Donnergott Donar oder Thor gewidmet waren, der auf diese Weise milde gestimmt werden sollte.

Belege für das Anklöpfeln in Salzburg gehen bis ins frühe 17. Jahrhundert zurück. Aus Quellen ist bekannt, dass das Rechnungsbuch des Stiftes Berchtesgaden im Jahr 1605 Geldgeschenke für Kinder „für die drey khlöppel nächt“ verzeichnet. Nicht immer verlief der Brauch friedlich: Immer wieder uferte das Klöpfeln zu Radau der Jugendlichen aus und wurde deshalb zeitweise verboten. 1611/12 wurden dem Amtmann von Reichenhall wegen seiner Strenge von den Klöpflern in den Klöpflnächten wiederholt die Fenster eingeschlagen.

Ablauf und typische Elemente

Heute stehen im Allgemeinen vier Elemente beim Anklöpfeln im Vordergrund: das Segen- und Glückwünschen für den Jahreswechsel und eine erfolgreiche Ernte, das Heischen und die Übermittlung kleiner Gaben an die Klöpfler sowie die Bewirtung der Gruppe. Als Hirten gekleidet, in Loden, mit Hut, Stock und Laterne, treten die Anklöpfler in die Stuben ein. Wenn sie das traditionelle Wer klopfet an anstimmen, ist es, als würden die Uhren zurückgedreht.

Bedeutung heute

Das Anklöpfeln wurde von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Genauer: Die Aufnahme erfolgte im Jahr 2011. Im Laufe der Zeit hat sich die Ausübung in vielfacher Hinsicht gewandelt: Aufgrund der geänderten Lebens- und Arbeitssituation findet das Anklöpfeln heute nicht mehr ausschließlich an den drei Donnerstagen statt, sondern auch an anderen Abenden. Zu den klassischen Hausbesuchen sind Auftritte bei Feiern und Veranstaltungen hinzugekommen. Auch neuere Lieder finden Eingang ins Repertoire.

Der Kern aber bleibt: Türen öffnen, Gemeinschaft pflegen, die Botschaft weitertragen. Das ist kein musealer Brauch – das ist lebendige Nachbarschaft.

Liedtext

„Wer klopfet an?“
„O zwei gar arme Leut!“
„Was wollt ihr dann?“
„O gebt uns Herberg heut!
O, durch Gottes Lieb‘ wir bitten,
öffnet uns doch eure Hütten!“
„O nein, nein, nein!“
„O lasset uns doch ein!“
„Es kann nicht sein.“
„Wir wollen dankbar sein!“
„Nein, nein, nein, es kann nicht sein,
Da geht nur fort, ihr kommt nicht ‚rein“

„Wer vor der Tür?“
„Ein Weib mit ihrem Mann.“
„Was wollt ihr denn?“
„Hört unser Bitten an!
Lasset heut bei euch uns wohnen,
Gott wird euch schon alles lohnen!“
„Was zahlt ihr mir?“
„Kein Geld besitzen wir!“
„Dann geht von hier!“
„O öffnet uns die Tür!“
„Ei, macht mir kein Ungestüm,
Da packt euch, geht woanders hin!“

„Was weinet ihr?“
„Vor Kält erstarren wir.“
„Wer kann dafür?“
„O gebt uns doch Quartier!
überall sind wir verstoßen,
Jedes Tor ist uns verschlossen!“
„So bleibt halt drauß!“
„O öffnet uns das Haus!“
„Da wird nichts draus.“
„Zeigt uns ein andres Haus.“
„Dort geht hin zur nächsten Tür!
Ich hab nicht Platz, geht nur von hier!“

„Da geht nur fort!“
„O Freund, wohin? Wo aus?“
„Ein Viehstall dort!“
„Geh, Joseph, nur hinaus!
O mein Kind, nach Gottes Willen
musst du schon die Armut fühlen.“
„Jetzt packt euch fort!“
„O, dies sind harte Wort‘!“
„Zum Viehstall dort!“
„O, wohl ein schlechter Ort!“
„Ei, der Ort ist gut für euch,
ihr braucht nicht viel. Da geht nur gleich!“

Barbarazweig

Am Gedenktag der Schutzpatronin der Bergleute werden üblicherweise Zweige von Kirschbäumen abgeschnitten und dann zu Hause ins Wasser gestellt. Die Hoffnung besteht darin, dass sie bis zum Weihnachtstag zu blühen beginnen.

Die Tradition des Barbarazweigschneidens und -aufstellens erfreut sich weiterhin großer Beliebtheit. Dieser Brauch, der darauf hofft, dass die Zweige bis zum Heiligen Abend oder sogar genau dann aufblühen, verbreitet nicht nur festliche Stimmung, sondern bringt auch den Duft des Frühlings in die Winterzeit.

Barbarazweige als Vorboten des Frühlings

Für viele ist dieser Brauch aus der Vorweihnachtszeit nicht mehr wegzudenken. Auch ich schätz die Möglichkeit, mit den blühenden Zweigen im Winter einen Hauch von Frühling ins Haus zu holen. Traditionell sind es Kirschzweige, es können aber auch Zweige vom Apfel-, Zwetschken- oder Mandelbaum, von der Forsythie, dem Winterjasmin oder der Rosskastanie sein.

Pflegetipps für blühende Barbarazweige

Damit die Zweige blühen, sollten sie zuvor Frost abbekommen haben. Wenn der Frost ausbleibt, kann man nachhelfen, indem man die Zweige für zwei Tage ins Gefrierfach legt. Ein scharfes Messer oder sogar ein Hammer können dabei helfen, die Zweige vorzubereiten und ihre Aufnahmefähigkeit für Wasser zu erhöhen. Die Zweige sollten schräg angeschnitten und in eine Vase mit lauwarmem Wasser gestellt werden. Regelmäßiger Wasserwechsel und Reinigung der Vase sind wichtig, um Bakterienbildung zu verhindern.

Vom kühlen Raum in den warmen Frühling

Um die Knospen zum Erblühen zu bringen, werden die Zweige zuerst in einem kühlen Raum platziert. Sobald sich die ersten Knospen zeigen, werden die Zweige in einen wärmeren Raum gestellt. Aber nicht direkt an die Heizung oder den Ofen, sonst werden kleinen Knospen gleich wieder austrocknen Zusätzlich brauchen die Barbarazweige genügend Luftfeuchtigkeit, beispielsweise durch das Besprühen der Zweige mit Wasser.

Wenn du alles richtig machst und auch noch das bisschen Glück hast, dann blühen deine Barbarazweige genau am Heilig Abend auf.

Die Legende der Heiligen Barbara

Der Brauch der Barbarazweige ist mit der Überlieferung verbunden, dass die im kalten Winter verdorrten Blüten auf dem Grab der Heiligen Barbara am Abend des 24. Dezembers wieder aufblühen sollten. Die botanischen Fakten stehen dieser Legende gegenüber, aber der Brauch vermittelt dennoch den Zauber eines künstlichen Frühlings und symbolisiert das Grün als Hoffnungsträger in der dunklen Winterzeit.

Barbarazweige sind nicht nur eine festliche Tradition, sondern auch ein zauberhafter Weg, den Frühling ins eigene Zuhause zu bringen. Mit den blühenden Barbarazweigen kann man die Finsternis des Winters durchbrechen und Licht, Leben und die Hoffnung auf Jesus Christus ins Herz des eigenen Heims bringen.

Christbaum

Die Tradition, einen Baum ins Haus zu holen und ihn festlich zu schmücken, ist nicht so alt, wie man vielleicht denken könnte. In Goethes “Die Leiden des jungen Werther”, das 1774 veröffentlicht wurde, war der Weihnachtsbaum von Lotte noch eine Neuheit. Die “Erscheinung eines geschmückten Baums mit Wachslichtern, Zuckerwerk und Äpfeln” war bemerkenswert genug, um erwähnt zu werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass ein Weihnachtsbaum in der Vergangenheit ein Luxus war, den sich nur die Wohlhabenden leisten konnten. Nur Fürsten und Adelige hatten die Mittel, sich einen eigenen Baum zu gönnen. Erst im ab dem 19. Jahrhundert wurde der Christbaum in wohlhabenden Bürgerhaushalten aufgestellt. Für Bauern blieb der Baum unerschwinglich und wurde erst in der Zwischenkriegszeit zu einer Tradition. Jedoch waren Christbäume auf den Dorfplätzen auch schon im 19. Jahrhundert zu sehen.

Wer in erfunden hat ist nicht wirklich geklärt. Sicher ist, dass das Christentum – wie viele andere Traditionen auch – diesen Brauch für sich vereinnahmt hat. Ob jetzt der Fruchtbarkeitsgott Saturn der Römer oder die alten Germanen mit Tannenzweigen den Frühling anlocken wollten ist egal. Heute ist es ein schöner Brauch geworden.

Zum Schmücken des Baumes und Aufstellen gibt es verschiedene (teilweise von der Familie abhängige) Traditionen. Die einen stellen ihn schon während des Advents und schmücken ihn als Familie gemeinsam. Bei anderen wird der Baum am Tag des heiligen Abends aufgestellt und geschmückt, so dass es für die Kinder eine Überraschung ist.

Abgebaut wird er entweder am Drei-Königs-Tag (moderne Tradition) oder nach klassischer Sitte am Tag zu Maria Lichtmess. Auf Landwirtschaften oder auch in den meisten katholischen Kirchen wird noch immer der 2. Februar verwendet.

Die Art den Baum zu schmücken unterscheidet sich von Region zu Region und ist auch von Familien abhängig. In den letzten Jahren unterliegt der Schmuck immer mehr einer jährlichen Mode und unterscheidet sich von früher, als der Christbaumschmuck vererbt und immer wieder verwendet wurde.

Christmette

Dieser Gottesdienst findet traditionell um Mitternacht statt, in manchen Gemeinden heute etwas früher – um 22 oder 23 Uhr –, um Familien mit Kindern entgegenzukommen.

In Salzburg und dem angrenzenden Rupertiwinkel war und ist der Weg zur Christmette ein Erlebnis für sich. Früher zogen die Menschen mit Laternen durch Schnee und Dunkelheit zur Dorfkirche. Die Lichter auf den Wegen, das Glockengeläut, der Gesang – all das gehörte untrennbar zusammen.

In der Stiftskirche St. Peter in Salzburg oder im Dom wird die Christmette bis heute mit besonderem musikalischem Aufwand gefeiert. Salzburg, die Stadt Mozarts, hat eine lebendige Tradition der Kirchenmusik in der Weihnachtsnacht. [Belegte Praxis, aktuell]

Im Rupertiwinkel – dem Landstreifen zwischen Salzach und Inn, der historisch eng mit dem Erzbistum Salzburg verbunden war – haben viele Pfarreien ihre eigene Christmette-Tradition bewahrt, oft mit regionalem Brauchtum rund um Krippenspiele und Hirtenlieder.

Frautragen

Das Frautragen (auch Herbergsuche oder Maria tragen genannt) ist ein alter vorweihnachtlicher Volksbrauch, bei dem eine Marienfigur – meist eine geschnitzte oder bemalte Statue der Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind – von Haus zu Haus getragen wird. Daher auch der Name: „man trägt die Frau“, also Maria.

Das Frautragen hat seine Wurzeln in der Barockzeit, mancherorts reichen die Spuren noch weiter zurück. Im Mittelpunkt steht eine Marienfigur, die während des Advents von Haus zu Haus getragen wird.

Wer die „Frau“ – also die Muttergottes – aufnimmt, darf sie für eine Nacht in seinem Haus beherbergen.
Dabei werden meist Kerzen entzündet, Lieder gesungen und gemeinsam gebetet. So wird das Zuhause zu einem Ort der Besinnung, an dem man sich auf die Ankunft Christi vorbereitet.

In vielen Dörfern gilt die Aufnahme der Marienfigur bis heute als Ehre und Segen.
Früher glaubte man, dass Maria jene Familien besonders schützt, die ihr Herberge gewähren.

Der Brauch beginnt meist am 1. Adventsonntag, wenn die Marienfigur in der Kirche gesegnet wird.
Von dort wandert sie jeden Abend weiter zu einer anderen Familie.Jede Übergabe wird von einer kleinen Andacht oder einem Gebet begleitet – manchmal auch von Adventliedern wie „Es wird scho glei dumpa“ (Noten, Beispiel vom Kärntner Viergesang) oder „Maria durch ein Dornwald ging“ (Noten, Beispiel der Wiener Sängerknaben).

Am Heiligen Abend endet die Reise und die Figur kehrt wieder in die Kirche zurück und wird dort feierlich empfangen.

Das Frautragen ist kein Spektakel, sondern ein Zeichen innerer Vorbereitung auf Weihnachten.
Es erinnert daran, dass die Botschaft von Hoffnung, Herbergssuche und Nächstenliebe in der Gemeinschaft lebendig wird. Gerade heute – in einer oft hektischen Vorweihnachtszeit – schenkt der Brauch Momente der Ruhe, Einkehr und Verbundenheit. Dadurch ist er weitgehend von einer touristischen Ausprägung verschont geblieben.

Herbergssuche

Als Herbergssuche bezeichnet man in der christlichen Tradition die vergebliche Suche von Josef und Maria nach einer Unterkunft vor der Geburt Jesu. Die Grundlage ist eine knappe Stelle im Lukasevangelium, die berichtet, dass Maria ihr Kind in einem Stall zur Welt bringen musste, weil kein Platz in der Herberge war. Aus dieser knappen biblischen Notiz heraus ist im Laufe der Jahrhunderte ein lebendiger Volksbrauch gewachsen.

Der Brauch hat seinen Ursprung in den mittelalterlichen Weihnachtsspielen als geistlichen und liturgischen Spielen und verselbständigte sich im 16. Jahrhundert. Die heutigen Formen der Herbergssuche haben ihren Ursprung in diesen mittelalterlichen Weihnachtsspielen, die vor allem von den Jesuiten weitergetragen und verbreitet wurden.

Aus dem Jesuitenorden heraus entwickelte sich eine besonders eindrückliche Variante: Meist neun Abende vor dem Heiligen Abend wurde ein Marienbild, eine geschnitzte Heilige Familie oder eine Marienstatue von der Kirche zu einer Familie gebracht, die ihr für einen Abend „Asyl“ gewährte. Damit sollte symbolisiert werden, dass die Menschen bereit waren, Jesus Platz in ihren Häusern zu geben.

Wie läuft die Herbergssuche ab?

Der Brauch kennt im Wesentlichen zwei Formen, die sich im Laufe der Zeit nebeneinander entwickelt haben.

Die ältere, spielerische Form ist eine szenische Darstellung: Dabei übernehmen zwei Kinder die Rollen von Maria und Josef, während der Vater oder ein älteres Kind den sie abweisenden Herbergsvater spielt. Meist gibt einer der bekannten Wechselgesänge dem Spiel den Rahmen, etwa das Lied Wer klopfet an?.

Die zweite, heute oft verbreitetere Form ist das Wandern einer Figur durch die Gemeinde: Eine Darstellung von Maria und Josef wird im Dorf von Haus zu Haus getragen und jeweils für einen Tag als Gast aufgenommen. In einem solchen Haus ist für die Marienfigur bereits ein kleiner Hausaltar vorbereitet. Im Haus wird gebetet, es werden Marienlieder gesungen, danach gibt es eine kleine Jause und ein gemütliches Beisammensein. Nach einer Stunde ist die kleine Feier beendet, und die Statue oder das Bild bleibt über Nacht in diesem Haus.

Regionale Besonderheiten im Alpenraum

Im Salzburger Land und in Tirol kennt man für diese wandernde Figur einen eigenen Begriff: das Frauentragen. Die Art des Frauentragens kann je nach Ort unterschiedlich sein. In einigen Orten wird das Fraubild vom Priester von Haus zu Haus getragen, in anderen Orten von Männern. In Rauris beispielsweise trugen sie die Figur früher sogar auf einer Tragkraxn. Dabei gibt es eine genaue Einteilung, in welcher Reihenfolge das Bild zu den Bauern getragen wird. Verwandte Bezeichnungen für denselben Brauch sind regional auch „Fraubeten“ oder „Frausingen“.

Der älteste schriftliche Nachweis im Land Salzburg über das Frauentragen fand sich nach dem Forschungsstand von 1972 erst im Jahr 1870. Das bedeutet aber nicht, dass der Brauch nicht älter ist, nur dass er bis dahin kaum schriftlich festgehalten wurde.

Allein in einer 180-Einwohner-Gemeinde im Bezirk Amstetten in Niederösterreich sind vier verschiedene Varianten des Herbergsuchens üblich, was zeigt, wie stark sich dieser Brauch regional ausdifferenziert hat.

Bedeutung heute

Mancherorts wurde der Brauch erst in den letzten Jahren wieder belebt oder neu eingeführt. Die Herbergssuche ist damit kein starres museales Ritual, sondern ein Brauch, der sich immer wieder neu erfindet. Pfarren, Familien und Nachbarschaften greifen ihn auf und gestalten ihn nach ihren Möglichkeiten.

Was dabei entsteht, ist mehr als eine religiöse Übung: In einer Zeit, in der Nachbarschaften oft anonym sind, schafft die Herbergssuche echte Begegnungen. Man klopft an, man wird eingelassen, man sitzt zusammen, singt und isst. Das Einfache daran hat seine eigene Kraft.

Krampuslauf / Krampus

Wenn Anfang Dezember die Nächte kalt und dunkel werden, hört man in vielen Orten im Voralpenland ein tiefes, dumpfes Glockenläuten und schrilles Scheppern in den Gassen. Es ist die Zeit des Krampuslaufens, eines der eindrucksvollsten Bräuche des Alpenraums. Der Krampus ist der wilde Begleiter des heiligen Nikolaus und verkörpert das Strafende, Dunkle und Mahnende. Während der Nikolaus die braven Kinder belohnt, erinnert der Krampus daran, dass Fehlverhalten Folgen haben kann – eine symbolische Darstellung des Gegensatzes von Gut und Böse, Licht und Schatten.

Für die Braven das Gute,
fpr die Bösen die Rute,

Der Ursprung des Brauchs reicht weit zurück. Schon im Mittelalter gab es Nikolausspiele, bei denen finstere Gestalten als Begleiter des Bischofs auftraten. Volkskundler vermuten aber, dass das Krampuslaufen noch ältere, vorchristliche Wurzeln hat, als man in den Wintermonaten böse Geister austreiben und die Sonne zurückholen wollte. Im Laufe der Jahrhunderte verband sich dieser alte Winterbrauch mit dem kirchlichen Nikolausfest (6. Dezember). Der Krampus erhielt Hörner, Fell, eine Rute und oft eine kunstvoll geschnitzte Holzmaske, die sogenannte Larve.

Heute ist das Krampuslaufen weit mehr als nur ein Schreckensspektakel. In Salzburg, Tirol, der Steiermark und Teilen Bayerns organisieren sich hunderte Krampus- und Perchtenvereine (beispielsweise die Salzburger Schiachpechrt’n und Krampusse oder den Salzburger Nockstoa Perchtn), die großen Wert auf Tradition, Handwerk und Disziplin legen. Besonders bekannt sind die Läufe im Pongau, in St. Johann, Anif oder Salzburg Stadt, wo hunderte Maskenträger – meist in Gruppen, sogenannten Passen – durch die Straßen ziehen. Viele Gruppen arbeiten eng mit Schnitzern (beispielsweise Franz Metzger oder Rettei), Fellmachern und Ausstattern zusammen, um alte Formen zu erhalten und das traditionelle Handwerk weiterzugeben.