Ahnlkipferl

Das Wort „Ahnl“ ist im oberösterreichischen Dialekt die Bezeichnung für die Großeltern, abgeleitet von „Ahnen“. Am Weißen Sonntag, dem ersten Sonntag nach Ostern, ist es in Teilen Oberösterreichs Brauch, dass Kinder ihre Großeltern besuchen und von ihnen ein Kipferl geschenkt bekommen. Dieses Kipferl trägt deshalb den Namen „Ahnlkipferl“. Der Tag selbst heißt im Volksmund folgerichtig: der Ahnlsonntag.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

Der Weiße Sonntag als sogenannte Osteroktav, also der achte Tag nach Ostern, bildet den Abschluss der Osterwoche. Im Mittelalter trugen Taufbewerber in Rom an diesem Tag noch ihre weißen Taufkleider, weshalb er den Namen „Weißer Sonntag“ erhielt. Erst seit dem 16. Jahrhundert wird dieser Tag am Oktavtag von Ostern begangen.

Im südlichen Oberösterreich entwickelte sich aus diesem kirchlichen Rahmen eine eigene familiäre Tradition: Kinder besuchen an diesem Tag ihre Großeltern und erhalten von ihnen Kipferl als Geschenk. Wann genau dieser Brauch entstanden ist und wie er sich mit dem kirchlichen Weißen Sonntag verbunden hat, lässt sich nicht exakt datieren.

Denkbar ist übrigens auch, dass das Ahnlkipferl ursprünglich allein nach der Großmutter benannt wurde, da im bäuerlichen Umfeld die Großmutter, die „Ahnl“, diejenige war, die am Ahnltag zumeist einlud.

Das Kipferl selbst: Form, Teig, Besonderheiten

In den Bäckereien, die diesen Brauch kennen, werden für den Ahnltag extra große Kipferl angeboten. Meistens bestehen sie aus Germteig, also Hefeteig, und enthalten Rosinen. Manche sind geflochten, manche mit Hagelzucker oder Mandelblättchen bestreut.

Das Ahnlkipferl ist also kein Festtagskuchen im großen Stil, sondern ein bescheidenes, herzliches Geschenk. Seine Besonderheit liegt nicht in aufwendiger Dekoration, sondern im Anlass und in der Geste.

Wer Ostern gut versorgt sein wollte, hatte übrigens Glück: Bereits am Ostersonntag, also eine Woche vor dem Ahnlsonntag, gab es ein sogenanntes Godnkipferl, ein Geschenk der Taufpatin an das Patenkind. Damit war die Osterzeit tatsächlich eine Zeit der großen und der kleinen Kipferl.

Regionale Verbreitung

Der Brauch ist klar verortet und sollte nicht als gesamtösterreichische Tradition dargestellt werden. Kleinregional wird der Ahnlsonntag in einigen Teilen Oberösterreichs noch praktiziert, etwa im Mühlviertel, in der Pyhrn-Priel-Region, im Kremstal und Steyrtal sowie rund um Gmunden.

Lokale Gruppen wie Trachtenvereine und Goldhaubenfrauen tragen aktiv zur Pflege dieses Brauchs bei, indem sie die Kipferl in Gemeindebackstuben herstellen und rund um den Ahnlsonntag vor Kirchen und in Ortszentren anbieten.

In anderen Bundesländern Österreichs ist der Ahnlsonntag als eigener Brauch wenig bis gar nicht bekannt.

Bedeutung heute

Der Ahnlsonntag und sein Kipferl sind ein kleines, aber feines Beispiel dafür, wie sich familiäre Traditionen an kirchliche Feste anlehnen können und dabei eine ganz eigene, bodenständige Form annehmen. Hier geht es nicht um Spektakel oder große Umzüge, sondern um den Besuch der Enkeln bei den Großeltern, ein Kipferl als Symbol für Zuwendung und Verbundenheit über Generationen hinweg.

In einzelnen Gemeinden, die diesen Brauch zwischenzeitlich verloren hatten, ist er in den vergangenen Jahren bewusst wieder belebt worden. Das zeigt, dass solche kleinen Gesten offensichtlich etwas berühren, das man nicht so leicht ersetzen kann.

Almauftrieb

Als Almauftrieb, in der Schweiz auch Alpaufzug oder Alpfahrt genannt, bezeichnet man das Bringen von Weidevieh auf die Bergweiden, die sogenannten Almen. Der Termin richtet sich nach dem Pflanzenwachstum in der Höhe: Er findet, ausgerichtet am aktuellen Pflanzenwachstum auf den Almen, meist im Mai oder Juni statt. Den Abschluss des Almsommers bildet dann im Herbst der Almabtrieb.

Der Almauftrieb ist das stillere, unspektakulärere Gegenstück zum festlichen Almabtrieb im September oder Oktober. Doch gerade in dieser Schlichtheit liegt etwas Echtes: Es geht nicht ums Schauspiel, sondern ums Wirtschaften, ums Loslassen und ums Vertrauen in den Sommer.

Herkunft

Die Almwirtschaft zählt zu den ältesten Nutzungsformen im gesamten Alpenraum. Neueste Forschungen zeigen, dass bereits im 5. Jahrtausend vor Christus die natürlichen Weideflächen oberhalb der Waldgrenze in den Alpen genutzt wurden. Auf der Kelch-Alm bei Kitzbühel wurden sogar Überreste von Almtieren aus der Spätbronzezeit gefunden, also aus der Zeit zwischen 1250 und 750 vor Christus.

Ab dem 9. Jahrhundert, mit der bairischen Landnahme, sind urkundliche Belege für die Almnutzung vorhanden. Vom 13. bis ins 16. Jahrhundert führte die zunehmende Bevölkerungsdichte zu verstärkten Rodungen in den Gebirgswäldern, wodurch neue Almen entstanden. Ein Rückschlag folgte durch die Kleine Eiszeit: Diese führte zu einer Verkürzung der Auftriebszeiten auf den Almen, und viele Hochalmen in den Berchtesgadener Alpen und um Oberstdorf wurden aufgegeben.

Der Grundgedanke hinter der Almwirtschaft war immer derselbe: Die Erträge aus der Landwirtschaft in den Tälern wurden für die Wintermonate gebraucht, und die Almnutzung stellte somit eine Entlastung im Sommer dar. Wer sein Vieh im Sommer in die Höhe schickte, hatte im Tal Platz, Heu für den Winter einzubringen.

Ablauf

In vielen Regionen wird der Almauftrieb mit einer Segnung begleitet. Vor dem Aufstieg versammeln sich die Bauernfamilien, Hirtinnen und Hirten mit ihren Tieren, um den Segen für eine unfallfreie Almsaison zu erhalten. In vielen Orten ist es noch Brauch, dass ein Pfarrer vor Ort ist und die Tiere vor dem Auftrieb segnet, um sie gegen die Gefahren wie Abstürze oder Krankheiten zu schützen.

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war der Almauftrieb mit manchmal mehrtägigen Fußmärschen für Vieh und Hirten verbunden. Dabei wurden den Kühen, je nach Gegend, große Glocken umgehängt. Im Gegensatz zum festlichen Almabtrieb im Herbst wurden die Tiere beim Aufstieg traditionell nicht mit Blumenschmuck versehen. Die Stimmung war arbeitsam, nicht zeremoniell.

In vielen Almhütten ist es üblich, dass nach dem Almauftrieb eine gemeinsame Mahlzeit eingenommen wird: ein einfaches, aber herzhaftes Almfrühstück mit frischem Brot, Almbutter, Almkäse und Speck. Diese Geste des gemeinsamen Essens am ersten Tag auf der Alm symbolisiert den Beginn eines neuen Almsommers und die Verbundenheit zwischen Mensch, Tier und Berglandschaft.

In Tirol und Salzburg sind es vor allem die Genossenschaftsalmen, die gemeinschaftlich bewirtschaftet werden und beim Auftrieb ein kollektives Ereignis für mehrere Bauernfamilien darstellen. Regional unterschiedlich ist auch, welche Tiere aufgetrieben werden: Mancherorts sind es nur Kühe, anderswo Schafe, Ziegen oder in Tirol und im Pinzgau auch Haflinger-Pferde.

Bedeutung heute

Der Almauftrieb markiert den Beginn eines neuen Almsommers, fördert den Zusammenhalt in der Gemeinschaft und bewahrt jahrhundertealte Traditionen. Gleichzeitig hat er eine handfeste wirtschaftliche Funktion: Durch die Aufzucht im gesunden Bergklima wird das Almvieh besonders robust, und die verschiedenen Gebirgskräuter und -pflanzen, die von den Tieren gefressen werden, steigern die Fleisch- und Milchqualität erheblich.

Die Almwirtschaft erlebte nach einem Einbruch in den 1970er Jahren ab 1980 dank verschiedener Förderungen und des noch vorhandenen Traditionsbewusstseins einen neuen Aufschwung und ist zunehmend auch für den Tourismus ein Thema geworden.

Antlasseier

In der Osterzeit sind Eier mehr als nur ein Frühstücksbestandteil. Sie sind ein Symbol für Fruchtbarkeit, Wiedergeburt und das ewige Leben. Besonders in Österreich gibt es eine reiche Tradition rund um das Osterfest und seine Eier.

Die Eier, die am Gründonnerstag gelegt werden, tragen einen besonderen Namen – sie werden als Antlasseier bezeichnet. Der Gründonnerstag, der Tag vor Karfreitag, ist ein wichtiger Tag im christlichen Kalender, da er das letzte Abendmahl von Jesus Christus mit seinen Jüngern markiert.

Ebenso bedeutsam sind die Eier, die am Karfreitag gelegt werden. Diese werden als Karfreitagseier bezeichnet. Der Karfreitag ist ein Tag der Trauer und des Gedenkens an die Kreuzigung Jesu Christi.

Diese speziellen Eier, insbesondere das erste Ei, das an diesem Tagegelegt wird, haben eine besondere Bedeutung. Es wird angenommen, dass sie Glück für den Besitzer und seinen Hühnerstall bringen. Sie werden auch mit der Fähigkeit zur Abwehr von Unheil in Verbindung gebracht.

Eine gängige Praxis besteht darin, das geweihte Ei auf dem Dachboden zu verstauen. Es wird geglaubt, dass dies dazu beiträgt, Unheil von dem Haus und seinen Bewohnern fernzuhalten. Dieser Brauch ist ein schönes Beispiel dafür, wie alte Traditionen und Glaubenssysteme bis heute fortbestehen und in unseren modernen Lebensstil integriert werden.

Aschenkreuz

Während der Fasching mit seiner Ausgelassenheit zu Ende geht, markiert der Aschermittwoch für Christen einen neuen Anfang. Dieser Tag leitet die 40-tägige Fastenzeit, auch als österliche Bußzeit bekannt, ein. Als Zeichen der Fastenzeit wird das Aschenkreuz auf die Stirn der Gläubigen gezeichnet.

Die Versuchung Jesu, das „biblische Vorbild“

Die 40-tägige Fastenzeit hat ihr biblisches Vorbild in der Erzählung von der Versuchung Jesu. Jesus verbrachte 40 Tage und Nächte in der Wüste, wo er den Versuchungen des Teufels widerstand (Mt 4,1-11). Die Gläubigen folgen diesem Beispiel und fasten in Vorbereitung auf das kommende Osterfest.

Ursprung der Fastenzeit und das Aschenkreuz

Ursprünglich begann die kirchliche Fastenzeit am sechsten Sonntag vor Ostern. Papst Gregor der Große verlegte den Beginn auf den vorangehenden Mittwoch, um exakt 40 Fasttage bis zum Osterfest zu gewährleisten. Der Aschermittwoch markiert den Beginn der öffentlichen Kirchenbuße, wobei Büßer Bußgewand und Asche erhielten. Heute symbolisiert das Aschenkreuz auf der Stirn die Bereitschaft zu Umkehr und Buße.

Der Ritus der Aschenbestreuung

Die Aschenbestreuung hat ihren Ursprung im 11. Jahrhundert und wurde zunächst bei der Kirchenbuße praktiziert. Seit 1969 besprengt der Priester die Asche mit Weihwasser, segnet sie und zeichnet den Gläubigen das Aschenkreuz auf die Stirn. Dabei werden folgende Worte gesprochen:

Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.

Priester beim Zeichnen des Aschenkreuzes

Bedeutung der Asche und strenger Fastentag

Die Asche erinnert an die Vergänglichkeit des Menschen und symbolisiert, dass Altes vergehen muss, damit Neues entstehen kann. Der Aschermittwoch ist ein strenger Fast- und Abstinenztag. Fleisch darf nicht gegessen werden, und es sind nur eine einmalige Sättigung sowie morgens und abends je eine kleine Stärkung erlaubt. Dieser symbolische Abschied vom Fleisch soll die Gläubigen auf das geistliche Leben und Gott besinnen.

Traditionen und moderne Formen des Fastens

Der Aschermittwoch hat nicht nur traditionelle Speisen wie den sauren Hering hervorgebracht, sondern auch Redensarten wie „Asche auf mein Haupt“. Heutzutage kann das Fasten in verschiedenen Formen praktiziert werden, von Verzicht auf bestimmte Lebensmittel bis hin zu modernen Initiativen wie „SMS-Fasten“ oder „Autofasten“.

Der Aschermittwoch markiert den Übergang von der ausgelassenen Karnevalszeit zur besinnlichen Fastenzeit. Die Symbolik des Aschenkreuzes erinnert die Gläubigen an ihre Vergänglichkeit und ruft zu Umkehr und Buße auf. Durch Fasten und Verzicht bereiten sich die Menschen auf das höchste Fest im Kirchenjahr vor – das Osterfest.

Fußwaschung

Die Fußwaschung ist ein fester Bestandteil der liturgischen Bräuche am Gründonnerstag. Bis 1956 war diese Zeremonie ausschließlich Bischöfen und Äbten vorbehalten und wurde daher hauptsächlich in den Kathedralen der Bischofssitze durchgeführt. Mit der Reform der Karwochenliturgie wurde dieses Ritual jedoch für alle Kirchen zugänglich gemacht, wobei die Entscheidung über die Durchführung nun den einzelnen Pfarrämtern überlassen wird.

Diese Änderung spiegelt eine Öffnung und Demokratisierung der liturgischen Praxis wider, die es ermöglicht, dass mehr Gläubige an diesem Ritus teilnehmen können. Die Fußwaschung symbolisiert die Demut und den Dienst am Nächsten, wie es Jesus Christus seinen Jüngern vorlebte. Durch die Einbeziehung aller Kirchen wird diese Botschaft der Nächstenliebe und Bescheidenheit weiter verbreitet und vertieft.

In vielen Gemeinden hat sich die Fußwaschung zu einem bewegenden und verbindenden Moment entwickelt, der die Gemeinschaft stärkt und die Bedeutung des Dienens in den Vordergrund stellt. Es ist eine Gelegenheit, innezuhalten und sich der tiefen spirituellen Bedeutung dieses Ritus bewusst zu werden, der uns daran erinnert, dass wahre Größe im Dienst am anderen liegt.

Die erneuerte Praxis der Fußwaschung am Gründonnerstag ist somit nicht nur eine Rückbesinnung auf alte Traditionen, sondern auch ein Schritt in Richtung einer inklusiveren und gemeinschaftlicheren Kirche.

Neujahrsschießen

Beim Neujahrsschießen – auch Böllerschießen, Salutschießen oder regional schlicht Neujahrssalut genannt – wird rund um den Jahreswechsel mit Vorderlader-Gewehren, Böllern oder Steinschlossgewehren in die Luft geschossen. Meist geschieht das zu Mitternacht, manchmal aber auch an den sogenannten Raunächten oder zum Dreikönigstag (6. Jänner).

Es ist kein zufälliges Schießen, sondern ein rituell verankerter Brauch, der in Schützenvereinen, Prangerstutzenvereinen und Böllerschützenkompanien gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

Der Ursprung des Neujahrsschießens reicht weit zurück – wie weit genau, lässt sich nicht eindeutig belegen. Volkskundlich vermutet wird, dass der Brauch auf vorchristliche Vorstellungen zurückgeht: Lärm, Feuer und Knall sollten böse Geister, Dämonen und das Unheil des alten Jahres vertreiben. Der neue Jahresbeginn sollte buchstäblich „freigekämpft“ werden.

Mit der Verbreitung von Schusswaffen ab dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit bekam dieser Brauch eine neue Form. Anstatt mit Glocken, Töpfen und Lärminstrumenten übernahm die Schusswaffe die Funktion des Abwehrenden.

Ob das Schießen direkten Ursprung in bäuerlichen Schutzbräuchen oder eher in der Ehrenbekundung durch Salutschüsse hat – wie es auch bei Hochzeiten, Kirchweih oder dem Einzug von Würdenträgern üblich war –, lässt sich regional unterschiedlich beantworten. Wahrscheinlich flossen beide Traditionen ineinander.

Ablauf und typische Elemente

Das Herzstück des Brauchs ist das gemeinsame Böllern je nach Region zu einer bestimmten Zeit. Dabei stellen sich die Schützen – oft in Tracht – auf erhöhten Plätzen, Almwiesen, vor Kirchen oder auf Dorfplätzen auf. Gezielt wird immer in die Luft, niemals auf Ziele.

Typische Elemente:

  • Der Vorderlader
    Das klassische Werkzeug des Böllerschützen. Er wird von Hand geladen, mit Schwarzpulver bestückt und per Steinschloss oder Zündkapsel gezündet. Der satte, tiefe Knall unterscheidet ihn deutlich vom hellen Krachen eines Feuerwerks.
  • Die Schützenkette
    Oft schießen mehrere Schützen nacheinander oder gleichzeitig, um einen langen Salut oder ein Echo durch die Berge zu erzeugen.
  • Dreischuss oder Siebenschuss
    Mancherorts ist die Zahl der Schüsse rituell festgelegt. Drei Schüsse gelten als Ehrengruß, sieben als festliches Salut. Auch die Dreifaltigkeit soll damit symbolisiert werden.

Im Salzburger Tennengau, im Pongau und in Teilen des Salzkammerguts ist das Böllerschießen eng mit den Raunächten verknüpft. Dort wird nicht nur zu Neujahr, sondern auch in der Heiligen Nacht und zu Dreikönig geschossen. Die Raunächte gelten als Zeit, in der die Grenze zwischen den Welten besonders dünn ist – das Schießen soll diese Nächte schützen.

In Bayern pflegen vor allem die Gebirgsschützen und traditionellen Schützenvereine das Neujahrsschießen. Besonders bekannt sind die Salven der Gebirgsschützenkompanien, die auch bei politischen und kirchlichen Anlässen ihren Böllersalut abfeuern.

In Tirol und der Steiermark ist das Böllerschießen oft Teil größerer Festveranstaltungen, bei denen Tracht, Musik und der Jahreswechsel eng miteinander verbunden werden.

Bedeutung heute

Das Neujahrsschießen erlebt in vielen Regionen eine stabile, teils sogar wachsende Pflege. Böllerschützenvereine sind aktiv, Nachwuchs wird ausgebildet, und die Tradition wird bewusst als kulturelles Erbe verstanden. Gleichzeitig gibt es, besonders in städtischen Räumen, Diskussionen über Lärm und die Nähe zu Wohngebieten.

Was bleibt, ist das Grundgefühl: Der Knall markiert einen Übergang. Er ist laut, unüberhörbar und kollektiv. Er sagt: Das alte Jahr ist vorbei. Das neue beginnt und wir sind dabei.

Ostereier

Die Tradition der Ostereier reicht tief in die Geschichte des Christentums und darüber hinaus. Seit dem 10. Jahrhundert war es unter den koptischen Christen Brauch, sich zum Osterfest gegenseitig Eier zu schenken. Das klassische Osterei schenkte man traditionell am Ostermorgen als Zeichen der Auferstehung.

Das Oster-Ei als Symbol der Auferstehung

Im Christentum hat das Ei eine tiefgreifende Symbolik: Von außen kalt und tot, repräsentiert es im Inneren neues Leben. Diese Vorstellung wurde zum Symbol für das Grab in Jerusalem, aus dem Jesus Christus am Ostermorgen auferstand. Merksprüche trugen dazu bei, diese Vorstellung in der Bevölkerung zu verbreiten.

Wie der Vogel aus dem Ei gekrochen,
hat Jesus das Grab zerbrochen

Volksmund

Praktische Gründe für das Schenken von Eiern

Die Tradition, Eier zu Ostern zu verschenken, hat auch praktische Ursprünge. Das mittelalterliche Fastenverbot von Fleisch und Eierspeisen vor Ostern führte dazu, dass große Mengen an Eiern ansammelten. Um einen Verderb zu verhindern, wurden die Eier abgekocht und haltbar gemacht. Bauern entrichteten den Pachtzins oft mit diesen Eiern, während die übrigen verziert und zur Weihe in die Kirche mitgenommen wurden, um sie anschließend zu verschenken.

Färben und Verzieren der Eier

Die Tradition des Eierschenkens reicht bis zu den armenischen Christen der ersten Jahrhunderte nach Christus zurück. In der orthodoxen Ostkirche wurden Eier vorwiegend rot bemalt, als Symbol für den auferstandenen Christus und sein vergossenes Blut. Ab dem 12. Jahrhundert begann die lateinische Westkirche mit dem Färben der Eier in verschiedenen Farben und deren Verzierung durch Blasen, Beschreiben oder Bekleben.

Bräuche rund ums Osterei

Die Vielfalt der Bräuche rund ums Osterei ist beeindruckend. Spiele wie Eierkippen, Eierpecken, und Eierrollen sind bis heute beliebt. In ländlichen Regionen existiert der Brauch der „Eierlage“, bei dem junge Männer in einem Wettbewerb Eier einsammeln müssen. Andere Spiele wie das Eierrollen und das seltener gewordene Ostereierfangen sind in Freilichtmuseen zu bewundern.

Das Antlaßei

Am Gründonnerstag, Karfreitag oder Karsamstag wird das besondere Antlaßei gelegt. Der Name kommt von Ablass, was so viel wie Entlastung bedeutet. Diese Eier sollen vor Feuer und Blitzschlag schützen. Die geriebenen Eierschalen werden den Hühnern zum Fressen gegeben, damit sie weiterhin brav Eier legen.

Eierwerfen

Ein geweihtes Ei oder auch nur dessen Schale bringt Glück und schützt vor Krankheiten und Unheil. Im Lungau und Flachgau werden besonders die Antlaßeier übers Haus geworfen, um es vor Unwettern und Blitzschlag zu bewahren. Ähnlich wirkt auch der geweihte Palmbuschen, der aufs Feld gesteckt wird, um eine gute Ernte zu bringen, oder am Dachboden oder unter dem Giebel des Hauses platziert wird, um das Haus zu schützen. Sogar Wildbäche sollen so mild gestimmt werden.

Eierpecken

Das Eierpecken ist ein alter Osterbrauch, bei dem zwei Spielerinnen oder Spieler je ein hart gekochtes Osterei in die Hand nehmen. Eine Person schlägt mit der Spitze ihres Eis auf die Eispitze der Gegenspielerin oder des Gegenspielers, in der Hoffnung, dessen Schale zu zerbrechen. In Familien wird das Pecken oft am Ostermorgen am Tisch gespielt. Sieger ist die Person, deren Ei am Ende als einziges unversehrt bleibt.

Das Oster-Ei ist mehr als nur eine kulinarische Leckerei oder eine hübsche Dekoration. Es trägt eine reiche Symbolik in sich und ist Teil vielfältiger Bräuche, die die Osterzeit auf einzigartige Weise bereichern. Von der christlichen Tradition bis zu den farbenfrohen Spielen – das Oster-Ei steht im Mittelpunkt eines faszinierenden kulturellen Erbes.

Osterfeuer

Das Osterfeuer ist ein großes Brauchtumsfeuer, das in der Osternacht entzündet wird. In der katholischen Liturgie wird es am Ostersamstag vor der Kirche entfacht und steht symbolhaft für die Auferstehung Christi. An der geweihten Flamme wird anschließend die Osterkerze entzündet, die dann die ganze Messe über brennt.

Doch das Feuer hatte immer auch eine volkstümliche, gemeinschaftliche Seite. Im Alpenraum werden die Feuer vielerorts nach dem Besuch der Auferstehungsmesse oder nach der familiären Osterfeier in geselliger Runde entzündet. Es geht also nicht nur um Liturgie. Es geht ums Beisammensein, ums Draußensein, ums Licht nach langer Dunkelheit.

Herkunft

Als weltliche Volkssitte ist das Osterfeuer seit 1559 urkundlich bezeugt, geht aber auf deutlich ältere, vorchristliche Traditionen zurück. Der Brauch geht auf heidnische Frühlingsfeuer zurück, mit denen die Sonne begrüßt wurde, die nach der dunklen Winterzeit wieder länger zu sehen war und Fruchtbarkeit, Wachstum und Ernte versprach. Auch brennende Räder ließ man damals von Hügeln hinabrollen.

Die vorchristliche Vorstellung vom Feuer, das den Winter vertreiben und die Sonne als Sieger feiern sollte, wurde später christlich umgedeutet: auf Jesus Christus als Sieger über den Tod.

Dass diese Übernahme nicht reibungslos verlief, zeigt ein historisches Zeugnis: Im Jahr 739 berichtete der heilige Bonifatius über die Osterfeuer der Germanen, deren Brauchtum er mit großem Eifer auszurotten versuchte. Von da an weihte die Kirche das Osterfeuer und gab ihm damit ein christliches Gepräge. Eine klassische Strategie der frühen Kirchenmission: Nicht verbieten, sondern umdeuten.

Ein kleiner Hinweis zur Göttin Ostara, die in manchen Quellen als Ursprungsfigur des Osterfeuers genannt wird: Diese Verbindung ist und unter Volkskundlern umstritten. Die Gleichsetzung von „Ostern“ mit einer germanischen Frühlingsgöttin geht wesentlich auf Beda Venerabilis (8. Jahrhundert) zurück und wird seither diskutiert.

Wie läuft das Osterfeuer ab?

Das christliche Osterfeuer ist im deutschsprachigen Raum seit dem 11. Jahrhundert verbreitet. In seiner liturgischen Form wird es am Beginn der Osternacht-Feier vor der Kirche entzündet und gesegnet.
Volkstümlich gibt es zwei Hauptmomente: das Entzünden des großen Gemeinschaftsfeuers nach der Messe und das Heimbringen der geweihten Glut. Letzteres war früher kein bloßes Symbol, sondern praktische Notwendigkeit. Der heimische Herd sollte mit dem geweihten Feuer neu entfacht werden. Diesen Schritt hat die Modernisierung fast überall verdrängt. Fast überall.

Regionale Besonderheiten

Der Alpenraum bietet hier eine bemerkenswerte Vielfalt.

  • Der Salzburger Lungau
    hat eine der eindrucksvollsten Osterfeuer-Traditionen überhaupt. Hier werden in solider Blockbauweise vier bis sechs Meter hohe „Kästen“ gezimmert, also pyramidenförmige Holzgestelle, die innen mit Reisig oder anderen Baumabfällen gefüllt sind. Vor allem die Dorfjugend hilft beim Bauen mit. Tatsächlich können diese Konstruktionen bis zu zwölf Meter hoch werden. Mehrere Stunden lodern die Osterfeuer dann hoch hinaus und ziehen Schaulustige aus der ganzen Umgebung an. Zum Lungauer Osterfeuer gehört auch eine gerne erzählte Begebenheit: Als die Franzosen 1797 in das Gebiet eindrangen, sollen sie am Karsamstag von den lodernden Osterfeuern auf den Anhöhen ringsum so überrascht gewesen sein, dass sie sich von allen Seiten von Feinden umringt wähnten und Hals über Kopf die Flucht ergriffen. Ob das so stimmt, lässt sich nicht mehr prüfen, aber die Geschichte sagt viel darüber aus, wie prägnant diese Feuer in der Landschaft wirkten.
  • In Oberösterreich
    hat sich in einigen Gemeinden ein anderer Brauch erhalten: In Reindlmühl, Traunkirchen oder Strobl werden sogenannte Weihscheitln im geweihten Osterfeuer angesengt. Das sind etwa 30 Zentimeter lange, zum Ende zugespitzte Fichtenspalten, die teils mit Aufschriften wie Herr, gib uns deinen Segen versehen werden.
  • In Unken im Pinzgau
    schließlich hat sich etwas erhalten, das im gesamten Alpenraum einzigartig ist: das Schwammtragen. Von der Buche werden Holzschwämme heruntergeschnitten, ein Jahr getrocknet und dann an einem Draht befestigt. Sie werden ins geweihte Osterfeuer gehalten, bis der Schwamm glüht.

Volkskundlich ist übrigens zu beachten, dass Osterfeuer keineswegs überall im Alpenraum gleich verbreitet sind. Laut dem Österreichischen Volkskundeatlas finden sich Osterfeuer vor allem im gesamten südösterreichischen Raum, insbesondere in Kärnten, der Steiermark und dem Burgenland. In Nordtirol oder Salzburg gibt es an anderen Terminen ähnliche Jahresfeuer-Traditionen.

Das Osterfeuer heute

In Bayern, Tirol oder der Steiermark sind die Osterfeuer heute meist große, weithin sichtbare Gemeinschaftsfeuer, eindrucksvolle Inszenierungen, die den Winter symbolisch vertreiben und die Auferstehung feiern. Die ursprüngliche Funktion, das Heimbringen der geweihten Glut, ist dabei für die meisten Menschen in den Hintergrund getreten.

Gleichzeitig gibt es praktische Fragen, die man heute mitdenken muss. Das österreichische Luftreinhaltegesetz verbietet grundsätzlich das Verbrennen biologischer Materialien im Freien. Brauchtumsfeuer sind in einem bestimmten Zeitraum von diesem Verbot ausgenommen, sofern sie rechtzeitig angemeldet werden. Allerdings ist die Regelung von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich streng. Im Lungau, wo die Osterfeuer besonders dicht gesät sind, übernimmt die Berg- und Naturwacht die Kontrolle.

Osterkrippe

Die Osterkrippe ist das österliche Gegenstück zur Weihnachtskrippe. Anstelle von Stall, Stern und Heiliger Familie stellt sie die Leidensgeschichte Jesu Christi dar, die sogenannte Passion: von seinem Einzug in Jerusalem am Palmsonntag über das Letzte Abendmahl, die Verhaftung im Garten Getsemani, die Kreuzigung am Karfreitag bis hin zum leeren Grab am Ostersonntag. Wegen ihres ernsten Inhalts wird sie mancherorts schlicht die „ernste Krippe“ genannt.

Die Passionskrippe, auch Fastenkrippe oder Osterkrippe genannt, hat im alpenländischen Raum eine lange Tradition und stellt bildlich das Leiden, Sterben und die Auferstehung Jesu Christi dar.

Herkunft und Geschichte

Die Wurzeln der Osterkrippe reichen ins Mittelalter zurück. Zunächst wurde das Heilige Grab als Gebetsstätte nachgebaut, daraus entstanden Passionsspiele. Ab dem 14. Jahrhundert kamen auch Figuren für den häuslichen Gebrauch hinzu.

Besonders im Barock erlebte die Passionskrippe ihre Blütezeit. Parallel zur Weihnachtskrippe entwickelte sich in dieser Zeit in Tirol der Brauch, auch die Passion Christi mit Figuren nachzustellen. In den Stuben wie in den Kirchen wurde dabei häufig derselbe „Krippenberg“ verwendet wie in der Weihnachtszeit. Die bedeutendsten Tiroler Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts stellten sich der Herausforderung, auf kleinstem Raum detailreiche und ausdrucksstarke Figuren zu schaffen.

Im 18. und 19. Jahrhundert waren Passionskrippen weit verbreitet und wurden teilweise in Lebensgröße ausgeführt, um sie in Kirchen und öffentlichen Gebäuden auszustellen. Der Grund war praktischer Natur: Da viele Menschen damals nicht lesen und schreiben konnten, sollte die bildliche Darstellung das Wunder der Auferstehung vermitteln. Die Osterkrippe war damit so etwas wie das illustrierte Buch des einfachen Volkes.

Was zeigt eine Osterkrippe?

Osterkrippen sind wegen der Dichte der biblischen Geschichten meist relativ groß. In der Regel beginnen sie mit dem Einzug nach Jerusalem am Palmsonntag. Es folgt der Gründonnerstag, an dem Jesus im Garten Getsemani betet und Judas mit den römischen Soldaten erscheint. Die Kreuzigung am Karfreitag nimmt üblicherweise den meisten Raum ein. Meist ist auch das verschlossene Grab am Karsamstag zu sehen, bevor am Ostersonntag die Frauen vor dem geöffneten Grab Zeuginnen der Auferstehung werden. Auch die Begegnung des auferstandenen Jesus mit den Emmaus-Jüngern fehlt in vielen Ausführungen nicht.

Einfachere Varianten beschränken sich auf das Wesentlichste: ein Kreuz auf einem Hügel und davor ein geöffnetes, leeres Grab, vor dem ein runder Stein liegt.

Regionale Besonderheiten im Alpenraum

Im Alpenraum ist das Schnitzen von Krippen seit Jahrhunderten ein eigenständiges Handwerk. Einige wenige Künstler, wie der Tiroler Josef Arnold d. Ä. (1788–1879), erschienen später im Druck und ermöglichten es auch ärmeren Bevölkerungsschichten, künstlerisch hochwertige Figuren in ihrer häuslichen Fasten- oder Passionskrippe aufzustellen.

Bis heute sind es vor allem Regionen wie das Grödnertal in Südtirol, Tirol und der Salzburger Raum, die lebendig gehaltene Schnitztraditionen pflegen. Die geschnitzten Figuren werden in liebevoller Arbeit aus Bergahornholz gefertigt und naturbelassen oder mit Ölfarben in Handarbeit bemalt. Holzschnitzerbetriebe in Hof bei Salzburg, im Tiroler Unterland oder im Grödnertal haben die Passionskrippe in den letzten Jahren wieder ins Sortiment aufgenommen.

Vom Vergessen zur Wiederentdeckung

Die Osterkrippe war bereits seit dem 18. Jahrhundert weit verbreitet, verschwand dann aber und geriet eine Zeitlang in Vergessenheit. Seit einigen Jahren feiert die Passionskrippe jedoch ihre „Auferstehung“ und wird wieder präsenter.

Interessant ist auch die Diskussion um den Begriff selbst. Theologisch gesehen meint das Wort „Krippe“ eigentlich die Futterkrippe der Weihnachtsgeschichte. Manche Stimmen plädieren daher für die Bezeichnung „Ostergrab“ oder „Heiliges Grab“ als passendere Alternative. In der volkstümlichen Praxis hat sich aber der Begriff „Osterkrippe“ durchgesetzt, da er die Parallele zur Weihnachtskrippe unmittelbar verständlich macht.

Bedeutung heute

Die Osterkrippe ist kein museales Stück, sondern ein Brauch, der gerade wieder neu entdeckt wird. Wer in der Fastenzeit eine Passionskrippe aufstellt, schafft im Wohnraum einen stillen Ort der Besinnung, der an die eigentliche Botschaft des Osterfests erinnert, jenseits von Schoko-Eiern und Frühlingsblumen. Gerade für Familien mit Kindern bietet sie eine greifbare, anschauliche Form, um die Passionsgeschichte zu erzählen.

Osterratschn

Am Gründonnerstag, so sagt man, fliegen die Glocken nach Rom, um geweiht zu werden. In dieser Zeit kommen die Ratschen zum Einsatz, ein alter Brauch, der bis ins Mittelalter zurückreicht. Kinder oder Ministranten bauen sich Ratschen und machen damit Lärm, um die Stille zu füllen, die durch das Schweigen der Glocken entsteht.

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Ratschen, von Klappen, die mit einer Hand gedreht werden, bis hin zu großen Ratschen, die mit einer Kurbel angetrieben werden und meist auf Kirchtürmen oder Balkonen stehen. Jede Ratsche hat ihren eigenen, einzigartigen Klang, der in der Osterzeit durch die Straßen hallt.

Der Brauch der Osterratschen geht vermutlich bis ins Mittelalter zurück. Ab dem Gloria am Gründonnerstag schweigen die Kirchenglocken – man sagt, sie fliegen nach Rom und werden neu geweiht – und werden bis zum Karsamstag (Auferstehung) von den Osterratschen ersetzt.

Dieser Brauch wurde erstmals 1482 schriftlich im nordbayrischen Coburg erwähnt. Die Ratschen zeigten früher die Gebetzeiten an (Morgen-, Mittag- und Abendleuten). Im Mittelalter gab es noch fast keine Uhren und es richtete sich der Tageablauf nach dem Gebet der Mönche und Klöster. Außerdem sollten sie den Frühling aufwecken und böse Geister abwehren.

Neben den Handratschen gibt es auch noch die Hammerratschen, Kastenratschen, Schubkarrenratschen und Turmratschen. Jede dieser Ratschen hat ihre eigene Form und ihren eigenen Klang, was zu einer Vielfalt von Klängen führt, die während der Osterzeit zu hören sind.

Die Ratschenbuam und -dirndln ziehen durch den Ort und rufen ihren Ratschen Spruch:

Wir ratschn, wir ratschn die Fastn aus,
unseren Herrn Jeso Christ sein Leid’n is aus

Für ihre Mühen werden den Kindern Eier, Süßigkeiten und auch Geld zugesteckt. Es ist eine Tradition, die von Generation zu Generation weitergegeben wird und die Osterzeit mit Freude und Lärm erfüllt. Es ist ein Brauch, der uns daran erinnert, dass selbst in Zeiten des Schweigens immer Raum für Freude und Gemeinschaft ist.