Metzgersprung

Der Metzgersprung ist ein Reinigungsritual, das den Abschluss der Lehrzeit eines Metzgers markiert. Wer in das Wasser springt, wäscht sich symbolisch von den Vergehen und Ungeschicklichkeiten der Lehrjahre frei. Aus dem Lehrling wird ein Junggeselle – gereinigt, neu in den Stand des Handwerks eingetreten.

Der Brauch hat dabei nichts Beliebiges. Er folgt einer klaren Logik: Am Ende der Lehrzeit steht nicht nur ein Prüfungsgespräch, sondern ein körperlicher Akt, der die Schwelle zwischen zwei Lebensstationen sichtbar macht.

Eine eigenständige Salzburger Geschichte

Wer glaubt, der Metzgersprung sei allein ein Münchner Brauch, irrt. Salzburg hat eine eigenständige Tradition, die mindestens ebenso weit zurückreicht.

Bereits im Jahr 1512 lässt sich der Brauch in Salzburg belegen. Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach (auf Grund seines Wappens auch „Der Rübler“ genannt) verlieh der Metzgerzunft damals das Fahnenrecht. Ein außergewöhnliches Privileg, das der Zunft öffentliches Ansehen und einen festen Platz im städtischen Leben sicherte.

Ursprünglich fand der Sprung am Florianibrunnen auf dem Alten Markt statt. Mitten im Treiben der Stadt, wo Händler und Bürger zusammenkamen, vollzog sich das Ritual als öffentliches Schauspiel und Zunftzeremonie zugleich. Der heilige Florian, dem der Brunnen geweiht war, ist übrigens der Schutzpatron gegen Feuer und Wasser. Ein nicht ganz zufälliger Ort für einen Brauch, bei dem das Wasser die Hauptrolle spielt.

Zwei Bräuche, die zusammengehören

In Salzburg ist der Metzgersprung nie allein. Er gehört untrennbar zum Fahnenschwingen.

Aus dem reichen Brauchtum der Metzgerzunft haben sich über die Jahrhunderte zwei Kernrituale erhalten. Das eine ist der Sprung ins Wasser, der die Lehrlinge symbolisch reinwäscht. Das andere ist das Schwingen der Zunftfahne – ein körperlich anspruchsvoller Akt, denn die Fahne wiegt rund 40 Kilogramm. Kraft, Geschick und Stolz gehören dazu. Seit dem frühen 16. Jahrhundert darf die Salzburger Fleischerzunft diese Fahne offiziell führen.

Sprung und Fahnenschwingen bilden eine symbolische Einheit: Das Wasser reinigt, die Fahne bekennt. Der Junggeselle tritt nach dem Ritual sichtbar und kraftvoll in seinen neuen Stand ein.

Wiedergeburt eines Brauchs

Wie viele Zunfttraditionen geriet der Metzgersprung irgendwann in Vergessenheit. Seine Rückkehr verdankt Salzburg der Initiative von Kommerzialrat Erwin Maria Markl, der den Brauch im Jahr 1984 neu belebte.

Seitdem findet der Metzgersprung im Stiftshof der Benediktinererzabtei St. Peter statt. Statt des alten Florian­brunnens dient heute ein Holzbottich als Becken, kleiner, aber nicht weniger wirkungsvoll. Der Ort selbst ist alles andere als zufällig gewählt: St. Peter ist einer der ältesten Plätze christlichen Lebens im gesamten deutschsprachigen Raum. Dieser historische Rahmen gibt dem Brauch eine Tiefe, die man sich nicht ausdenken kann.

Fasching als natürliche Bühne

Der Metzgersprung findet im Fasching, exakt am Faschingsonntag, statt, und das hat einen guten Grund. Die Fastnacht war traditionell jene Zeit, in der Zünfte ihren Jahresabschluss feierten, bevor die Fastenzeit den Fleischkonsum und damit das Metzgergeschäft zum Erliegen brachte. Ausgelassenheit und Ernst lagen dabei immer nah beieinander.

Heute hat sich das Ereignis zu einem der beliebtesten Faschingshöhepunkte Salzburgs entwickelt. Metzgersprung und Fahnenschwingen ziehen Jahr für Jahr viele Zuschauer in den Stiftshof.

Bedeutung heute

Der Salzburger Metzgersprung ist mehr als Folklore. Er verbindet drei Ebenen, die selten so sauber zusammenfallen: ein echter Zunftbrauch mit belegbaren Wurzeln im frühen 16. Jahrhundert, ein Freisprechungsritual mit symbolischer Tiefe und ein lebendiges Faschingsereignis, das Menschen begeistert.

Dass der Brauch 1984 nicht neu erfunden, sondern wiederbelebt wurde, macht ihn glaubwürdig. Und dass er im Stiftshof von St. Peter stattfindet, gibt ihm einen Rahmen, den man in einem Festzelt nicht hätte nachbauen können.

Neujahrsschießen

Beim Neujahrsschießen – auch Böllerschießen, Salutschießen oder regional schlicht Neujahrssalut genannt – wird rund um den Jahreswechsel mit Vorderlader-Gewehren, Böllern oder Steinschlossgewehren in die Luft geschossen. Meist geschieht das zu Mitternacht, manchmal aber auch an den sogenannten Raunächten oder zum Dreikönigstag (6. Jänner).

Es ist kein zufälliges Schießen, sondern ein rituell verankerter Brauch, der in Schützenvereinen, Prangerstutzenvereinen und Böllerschützenkompanien gepflegt und von Generation zu Generation weitergegeben wird.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

Der Ursprung des Neujahrsschießens reicht weit zurück – wie weit genau, lässt sich nicht eindeutig belegen. Volkskundlich vermutet wird, dass der Brauch auf vorchristliche Vorstellungen zurückgeht: Lärm, Feuer und Knall sollten böse Geister, Dämonen und das Unheil des alten Jahres vertreiben. Der neue Jahresbeginn sollte buchstäblich „freigekämpft“ werden.

Mit der Verbreitung von Schusswaffen ab dem Spätmittelalter und der frühen Neuzeit bekam dieser Brauch eine neue Form. Anstatt mit Glocken, Töpfen und Lärminstrumenten übernahm die Schusswaffe die Funktion des Abwehrenden.

Ob das Schießen direkten Ursprung in bäuerlichen Schutzbräuchen oder eher in der Ehrenbekundung durch Salutschüsse hat – wie es auch bei Hochzeiten, Kirchweih oder dem Einzug von Würdenträgern üblich war –, lässt sich regional unterschiedlich beantworten. Wahrscheinlich flossen beide Traditionen ineinander.

Ablauf und typische Elemente

Das Herzstück des Brauchs ist das gemeinsame Böllern je nach Region zu einer bestimmten Zeit. Dabei stellen sich die Schützen – oft in Tracht – auf erhöhten Plätzen, Almwiesen, vor Kirchen oder auf Dorfplätzen auf. Gezielt wird immer in die Luft, niemals auf Ziele.

Typische Elemente:

  • Der Vorderlader
    Das klassische Werkzeug des Böllerschützen. Er wird von Hand geladen, mit Schwarzpulver bestückt und per Steinschloss oder Zündkapsel gezündet. Der satte, tiefe Knall unterscheidet ihn deutlich vom hellen Krachen eines Feuerwerks.
  • Die Schützenkette
    Oft schießen mehrere Schützen nacheinander oder gleichzeitig, um einen langen Salut oder ein Echo durch die Berge zu erzeugen.
  • Dreischuss oder Siebenschuss
    Mancherorts ist die Zahl der Schüsse rituell festgelegt. Drei Schüsse gelten als Ehrengruß, sieben als festliches Salut. Auch die Dreifaltigkeit soll damit symbolisiert werden.

Im Salzburger Tennengau, im Pongau und in Teilen des Salzkammerguts ist das Böllerschießen eng mit den Raunächten verknüpft. Dort wird nicht nur zu Neujahr, sondern auch in der Heiligen Nacht und zu Dreikönig geschossen. Die Raunächte gelten als Zeit, in der die Grenze zwischen den Welten besonders dünn ist – das Schießen soll diese Nächte schützen.

In Bayern pflegen vor allem die Gebirgsschützen und traditionellen Schützenvereine das Neujahrsschießen. Besonders bekannt sind die Salven der Gebirgsschützenkompanien, die auch bei politischen und kirchlichen Anlässen ihren Böllersalut abfeuern.

In Tirol und der Steiermark ist das Böllerschießen oft Teil größerer Festveranstaltungen, bei denen Tracht, Musik und der Jahreswechsel eng miteinander verbunden werden.

Bedeutung heute

Das Neujahrsschießen erlebt in vielen Regionen eine stabile, teils sogar wachsende Pflege. Böllerschützenvereine sind aktiv, Nachwuchs wird ausgebildet, und die Tradition wird bewusst als kulturelles Erbe verstanden. Gleichzeitig gibt es, besonders in städtischen Räumen, Diskussionen über Lärm und die Nähe zu Wohngebieten.

Was bleibt, ist das Grundgefühl: Der Knall markiert einen Übergang. Er ist laut, unüberhörbar und kollektiv. Er sagt: Das alte Jahr ist vorbei. Das neue beginnt und wir sind dabei.

Neujahrssingen

Beim Neujahrssingen ziehen Kinder – manchmal auch Jugendliche oder ganze Familiengruppen – am Neujahrstag oder in den ersten Januartagen von Haus zu Haus. Sie tragen kurze Lieder vor, sprechen Glückwünsche aus und erhalten dafür kleine Gaben: Süßigkeiten, Münzen, Nüsse oder Äpfel. Der Kern des Brauchs ist das gesprochene oder gesungene Wort als Träger von Segen und Glück. Wer es annimmt, darf auf ein gutes Jahr hoffen. Wer gut beschenkt, gibt das Glück weiter.

Der genaue Ursprung ist nicht eindeutig belegt, wie es bei vielen alten Volksbräuchen ist. Volkskundler vermuten, dass das Neujahrssingen auf vorchristliche Winterbräuche zurückgeht, bei denen Lärm, Gesang und rituelles Umhergehen böse Geister vertreiben und gute Mächte anlocken sollten. Der Jahreswechsel galt als gefährliche Schwellenzeit, in der die Ordnung der Dinge noch nicht gefestigt war.

Mit der Christianisierung wurden diese Bräuche überformt, aber nicht verdrängt. Das Singen bekam einen frommen Rahmen: Die Lieder handelten von Gottes Segen, vom Neujahr als Gnadenzeit, von Gesundheit und Ernte und verlagerte sich zum Sternsingen am Drei-Königs-Tag. In manchen Regionen sollen die Sänger früher auch Zweige mitgebracht haben, ähnlich wie beim Palmbuschen, um den Segen symbolisch ins Haus zu tragen.

Ablauf, Lieder und typische Elemente

Der Brauch ist einfach in seiner Form, aber reich in seiner Wirkung. Die Kinder erscheinen meist zu zweit oder zu dritt, klopfen an und starten ohne viel Vorgeplänkel ihr Lied. Typische Texte wünschen dem Haus Gesundheit, dem Stall gutes Vieh und dem Acker reiche Ernte, alte Sorgen, in neue Verse gekleidet. Ein klassischer Anfang lautet sinngemäß:

Ich wünsch euch ein glückseliges Jahr,
langes Leben und was euch lieb und teuer war!

Die Melodien sind meist schlicht, eingängig, leicht zu lernen. Nach dem Vortrag folgt die Gabe: Früher war es das, was der Hof hergab, eben ein Ei, ein Stück Brot, Nüsse. Heute sind es Münzen oder Süßigkeiten. Die Kinder bedanken sich, und weiter geht’s zum nächsten Haus. Als klassischer Heischebrauch, gab er die Möglichkeit den kargen Winter mit milden Gaben zu überstehen.

Regionale Besonderheiten

Das Neujahrssingen ist vor allem im ländlichen Raum lebendig: in Salzburg, Tirol, der Steiermark, in Teilen Oberösterreichs und im bayerischen Voralpenland.

In manchen Gegenden wird der Brauch auch als Anklöpfeln bezeichnet, je nachdem, ob er am 1. Jänner oder in den Tagen bis zum Dreikönigstag (6. Jänner) stattfindet.

Das Neujahrssingen ist nicht das Sternsingen. Das Sternsingen findet zu Dreikönig statt, hat einen kirchlich organisierten Rahmen (Caritas, Kolpingwerk) und einen klar missionarischen Charakter. Das Neujahrssingen ist volkstümlicher, ungebundener und älter in seiner Erscheinungsform. Beide Bräuche können in einer Region nebeneinander existieren.

In Salzburg und im Salzkammergut gibt es Berichte, dass die Neujahrslieder früher von Haus zu Haus unterschiedlich klangen, jede Familie hatte ihr eigenes kleines Repertoire, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

Bedeutung heute

In vielen Dörfern ist das Neujahrssingen leise geworden – oder ganz verstummt. Wo früher ein Dutzend Kindergruppen an die Tür klopften, kommt heute vielleicht noch eine. Wo es noch gelebt wird, hat es eine besondere Qualität. Es bringt Nachbarn ins Gespräch. Es gibt Kindern eine kleine Rolle im Jahreslauf. Und es erinnert daran, dass ein gutes Jahr nicht einfach passiert, sondern dass man es sich wünscht, laut, singend, und gemeinsam.

Einige Volkshochschulen, Musikschulen und Trachtenvereine im Alpenraum bemühen sich aktiv darum, das Neujahrssingen wieder zu beleben und alte Liedtexte zu sammeln.

Ranggeln

Ranggeln ist im Kern eine alte Form des Ringens. Zwei Gegner fassen einander an einem eigens vorgeschriebenen Anzug, dem sogenannten Rangglerstoff, und versuchen, den anderen flach auf den Rücken zu zwingen, bis beide Schulterblätter den Boden berühren. Nicht erlaubt sind Griffe, die würgen, Gelenke verhebeln oder gezielt Schmerz zufügen, gefragt sind stattdessen Technik, Standfestigkeit und ein guter Körpereinsatz. Wer beim Hundstoaranggeln alle seine Gegner bezwingt, darf sich ein Jahr lang Hagmoar nennen, sozusagen den inoffiziellen König dieses Bergwettkampfs.

Herkunft und geschichtlicher Hintergrund

Wie alt das Ranggeln wirklich ist, lässt sich nicht auf ein einziges Datum festlegen. Belege für das Kräftemessen im Alpenraum reichen bis ins 14. Jahrhundert zurück, weshalb es zu den ältesten überlieferten Sportarten der Region gehört. [Nicht eindeutig belegt] Immer wieder werden auch keltische Wurzeln ins Spiel gebracht, doch dafür fehlen gesicherte Nachweise, und diese Herleitung sollte man eher als beliebte Erzählung denn als belegte Geschichte lesen.

Für das Hundstoaranggeln selbst wird das Jahr 1518 als erste urkundliche Erwähnung genannt, so stellen es der Salzburger Rangglerverband und das SalzburgWiki dar. In seinen Anfängen war das Ranggeln ein gutmütiger Wettstreit unter den Almleuten, unter Sennern und Knechten also, die den Sommer oben auf den Bergen zubrachten. Aus diesem bäuerlichen Zeitvertreib wurde über die Jahrhunderte ein geregelter Wettkampf, und 1947 gründete sich in Zell am See der Salzburger Rangglerverband, der bis heute für einheitliche Regeln sorgt.

Ablauf, Regeln und die Figur des Hagmoar

Der Schauplatz ist außergewöhnlich. Gerangelt wird nicht in einer Halle, sondern auf einem Kampfplatz unter freiem Himmel, knapp unter dem Gipfel des Großen Hundstein bei Maria Alm auf gut 2.100 Metern Höhe. Die genaue Höhenangabe schwankt in den Quellen zwischen 2116 und 2117 Metern, am Ergebnis ändert das aber wenig, denn es bleibt ein rauer, hochgelegener Platz, den Ranggler wie Publikum nur zu Fuß erreichen.

Der Termin richtet sich nach dem Jakobstag, dem Gedenktag des Apostels Jakobus des Älteren am 25. Juli. Ausgetragen wird das Fest am Jakobisonntag, also am Sonntag rund um dieses Datum, weshalb einzelne Quellen auch schlicht vom letzten Juli-Sonntag sprechen. Wer den genauen Tag und das Programm eines bestimmten Jahres wissen möchte, schaut ihn am besten direkt beim Veranstalter nach, da sich Termine verschieben können.

Der Tag folgt einem festen Ablauf. Wer oben ankommt, hat einen mehrstündigen Aufstieg über die alten Steige hinter sich, und ehe der erste Griff sitzt, wird zunächst eine Bergmesse gefeiert. Musikkapellen, Schnalzer und Goasler sorgen für den festlichen Rahmen, ihr Peitschenknallen ist weithin über den Berg zu hören. So verbindet sich der sportliche Wettkampf mit einem echten Almfest, bei dem das Zuschauen ebenso dazugehört wie das Ranggeln selbst.

Den Sieger feiert man als Hagmoar. Der Name stammt aus der bäuerlichen Welt. Das Wort „Hag“ meint einen Zaun, wie er einst eine Weide oder auch einen Platz zum Ranggeln umgab, „Moar“ wiederum bezeichnete die höchste Kraft im Gesinde, also den ersten Knecht oder die erste Dirn auf einem Hof. Sinngemäß ist der Hagmoar damit der Erste im Ring. Als sichtbares Zeichen des Sieges gibt es je nach Darstellung eine Fahne, einen Pokal oder einen Geldpreis, überliefert ist außerdem eine weiße Feder, mit der der Sieger ausgezeichnet wird.

Regionale Besonderheiten

Das Ranggeln ist kein rein salzburgerisches Phänomen. Geregelt wird der Sport heute von vier Verbänden in Bayern, Tirol, Südtirol und Salzburg. Sie legen unter anderem fest, wie der Rangglerstoff auszusehen hat und aus welchem Material er gefertigt sein muss. Innerhalb Salzburgs gelten der Pinzgau und der Pongau als Hochburgen, und über die Saison verteilt gibt es zahlreiche weitere Wettkämpfe, doch das Hundstoaranggeln bleibt der bekannteste und traditionsreichste unter ihnen.

Gerade seine Lage macht den Hundstein zum idealen Treffpunkt. Er erhebt sich zentral zwischen mehreren Pinzgauer Tälern, sodass Ranggler und Publikum aus unterschiedlichen Richtungen heraufsteigen können, etwa aus Richtung Maria Alm, Zell am See oder Bruck. Schon in früheren Zeiten trafen hier Menschen aus mehreren Tälern zusammen, was den Berg über die Jahrhunderte zur Wiege des Salzburger Ranggelsports werden ließ.

Bedeutung heute

Aus dem einstigen Zeitvertreib der Almleute ist längst ein ernsthafter Sport geworden, der Technik, Kraft und jahrelanges Training verlangt. Gleichzeitig ist das Hundstoaranggeln ein großes Publikumsereignis. Je nach Jahr und Wetter sprechen Berichte von mehreren tausend Besucherinnen und Besuchern, die den Aufstieg auf sich nehmen. Damit ist der Brauch weit mehr als ein Wettkampf, er ist ein jährlicher Fixpunkt im Almsommer der Region.

Ein wichtiger Schritt für die Anerkennung kam im Jahr 2010. Damals wurde das Hundstoaranggeln in das nationale Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen, das von der Österreichischen UNESCO-Kommission geführt wird. In vielen populären Darstellungen liest man verkürzt, der Brauch sei „UNESCO-Weltkulturerbe“ oder „immaterielles Kulturerbe der UNESCO“. Genau genommen handelt es sich um den Eintrag im österreichischen Verzeichnis und nicht um die internationale Repräsentative Liste der UNESCO. Diese Unterscheidung ist fein, aber sie ist korrekt, und wer den Brauch beschreibt, sollte sie kennen.

Das Ranggeln am Jakobstag zeigt, wie aus einem einfachen Kräftemessen unter Almleuten ein lebendiger Brauch mit klaren Regeln, eigenem Wortschatz und großer Anziehungskraft werden kann. Wer einmal miterlebt hat, wie sich zwei Ranggler auf über zweitausend Metern gegenüberstehen, während im Hintergrund die Goaßl knallt, versteht schnell, warum dieser Berg als Wiege des Salzburger Ranggelns gilt. Es ist Sport, Tradition und Bergfest in einem, getragen von Menschen, die ihr Handwerk und ihre Herkunft ernst nehmen.

Rauchengehen

„Rauchengehen“ ist ein alter bäuerlicher Brauch im Salzburger Land und der Voralpenregion, bei dem Haus, Hof, Stall und meist auch die Felder mit Rauch (Kräuter oder Weihrauch auf glühender Kohle) durchzogen werden. Ziel war es, das Haus und das Vieh zu segnen, Unheil und böse Geister abzuwehren und Schutz für das kommende Jahr zu erbitten.

Traditionell findet das Rauchengehen in den sogenannten Raunächte („Rauchnächte“) statt – das sind im Volksglauben die zwölf Nächte zwischen dem 21. Dezember (Thomastag) und dem 6. Jänner (Dreikönigstag). In der Praxis wird meist insbesondere eine Auswahl dieser Nächte genutzt – etwa die Nacht vor dem Dreikönigstag oder eine zentrale Jahresend-/Jahresanfangs-Nacht.

Der Ablauf variiert je nach Hof, Region und Überlieferung – im Kern lassen sich aber folgende Schritte erkennen:

Es wird ein Räuchergefäß (z. B. ein altes Eisen-Bügeleisen mit Holzkohle oder eine Räucherpfanne) vorbereitet. Kräuter, Harze oder Weihrauch werden bereitgestellt (z. B. getrocknete Kräuter aus dem Garten, Weihrauchkörner) und ggf. Weihwasser. Oft ist die ganze Familie (oder zumindest mehrere Generationen) versammelt.
Vom Hausinneren (z. B. der Stube) aus zieht man mit dem Räucherwerk durch Haus und Hof – oft zuerst Wohnräume, dann Keller, Stall, Scheune, Hof. Im Stall wird oft besonders gebetet oder eine Segnung vorgenommen: „Stallglück“ für das kommende Jahr soll her. Manchmal wird in jeder Ecke, als zeichen der Reinigung, oder an jedem Tierstand der Rauch geschwenkt und Weihwasser gesprengt – Zeichen der Reinigung.
Mit dem Rauch wird symbolisch das Alte hinausgetragen (Unglück, Krankheit, Geister) und das Neue eingeladen (Gesundheit, Schutz, Glück). In manchen Familien gehört ein Gebet (Rosenkranz) nach der Räucherung dazu.

Der Brauch verbindet christliche und vorchristliche Elemente: In der christlichen Tradition war das Räuchern ein Segensritual – man gedachte Schutzes für Haus und Hof. Zugleich ist der Glaube an die Wirksamkeit von Rauch zur Vertreibung böser Geister oder Unheil sehr alt und tief bäuerlich verankert.

Das Rauchengehen ist kein altes „Museumstradition“, sondern eine lebendige Möglichkeit, über Jahrhunderte gewachsene Beziehungen zwischen Mensch, Haus, Stall und Jahreszeit zu pflegen. Wer im Salzburger Land oder im Voralpenraum lebt (oder dort Besuch hat), kann das Ritual begleiten oder sogar selbst durchführen.

Referenzen

Das Referenzen oder auch Referenz gehen ist ein Perchtenbrauchtum um den Höfen und Haushalten im Umkreis der Pass die Referenz zu erweisen und Glück zu bringen.

An Fried, an Reim und an Gsund!

Die Wintergeister, die Schiachperchten mit ihren hässlichen Masken, vertreiben bei ihren Auftritten die bösen Geister, die sich in jede Ritze und in die Ecken des Hofs eingenistet haben. Besonders zwischen den Jahren, wie die Rauhnächte zwischen der Thomasnacht und dem 6. Jänner auch genannt werden, sind sie unterwegs.

Hier finden sich unzählige Gestalten aus dem Alltagsleben der Bevölkerung wie Hobergoas, Bärentreiber, der Winter, Hexe und der Tod und vieles mehr ein. Sie gehen von Hof zu Hof, von Haus zu Haus unter der Leitung ihres Hauptmanns. Beim Hof angekommen führen sie den Perchtentanz auf und erweisen den Hofleut‘ die Referenz. Damit sie vertreiben die bösen Geister und bringen Glück für das kommende Jahr ins Haus.

Schifferstechen

Beim Schifferstechen treten auf der Salzach zwei Mannschaften aus dem bayerischen Laufen und dem salzburgischen Oberndorf gegeneinander an: Auf flachen Flussbooten stehend versuchen sie, sich gegenseitig mit langen Stangen ins Wasser zu befördern. Der Wettkampf ist einer der wenigen noch lebendigen Zeugen der einstigen Salzachschifffahrt und wird bis heute meist Anfang August auf einer Flussschlinge bei Oberndorf ausgetragen.

Herkunft

Der Brauch wurzelt im Arbeitsalltag der Salzachschiffer und -flößer, die über Jahrhunderte Salz aus Hallein und andere Waren zwischen dem Erzstift Salzburg und Bayern flussabwärts transportierten. Weil dieses Gewerbe einträglich und zugleich gefährdet war, geht die Sicherung des Flusstransports bis auf das Jahr 1278 zurück: Damals stellte Erzbischof Friedrich II. von Walchen eine bewaffnete Wache auf, die den Salztransport auf der Salzach gegen Räuber absichern sollte. Aus dieser frühen Garde ging jenes Schifferschützen-Corps in Oberndorf hervor, das den Brauch bis heute betreut.

Das eigentliche Stechen ist deutlich jünger und dürfte aus dem Müßiggang der Schiffer selbst entstanden sein, offenbar als scherzhafte Nachahmung ritterlicher Turniere: Statt Pferd und Lanze dienten die eigenen Arbeitsgeräte – die flachen Zillen und die Stangen, mit denen sonst Flöße gesteuert wurden – als Turnierausrüstung. Schriftliche Spuren reichen bis ins späte 16. Jahrhundert zurück, eine gut dokumentierte Aufführung in Oberndorf ist für das Jahr 1640, während der Regentschaft von Fürsterzbischof Paris Lodron, überliefert.

Verbreitet war der Brauch einst auch in Hallein und in Laufen selbst, wo er allerdings schon im 19. Jahrhundert wieder in Vergessenheit geriet. Er reiht sich damit in eine größere Familie ähnlicher Wasserturniere ein, die unter dem Namen Fischerstechen auch in Städten wie Ulm, Bamberg, Nürnberg oder Worms bekannt waren. An der Salzach hat sich die Tradition jedoch bis heute allein in Oberndorf gehalten – gemeinsam mit dem historischen Nachbarn und Rivalen auf der anderen Flussseite, Laufen.

Ablauf

Austragungsort ist eine weite Kurve der Salzach beim Oberndorfer Ortsteil Altach – genau dort, wo der Fluss zugleich die Staatsgrenze zwischen Österreich und Bayern bildet. Auf beiden Seiten tritt je eine Mannschaft an, üblicherweise fünf bis sieben Männer stark, einmal aus Laufen, einmal aus Oberndorf. Ihre Tracht ist unverwechselbar: Barett, rote Schärpe, dazu Weiß von Kopf bis Fuß. Helfer rudern die Boote zur Flussmitte, wo jeweils zwei Kontrahenten am Heck ihrer Zille, dem sogenannten Gransel, Aufstellung nehmen.

Als Waffe dient eine rund zwei Meter lange, rot-weiß bemalte Stange – ursprünglich ein gewöhnliches Steuerholz der Flößer, im Turnier scherzhaft als „Lanze“ bezeichnet; eine gepolsterte Scheibe an der Spitze soll Verletzungen verhindern. Die Regel kennt keine Feinheiten: Wer von der Stange des Gegenübers aus dem Boot befördert wird, muss selbst an Land zurückschwimmen und ist damit aus dem Turnier. So kämpft sich Paar um Paar durch mehrere Runden, bis zuletzt nur zwei übrig bleiben – sie werden mit einer Rede und kleinen Erinnerungspreisen verabschiedet.

Umrahmt wird der Wettkampf von einem heiteren Programm: dem Wurstspringen, bei dem die Teilnehmer von der fahrenden Zille abspringen, um eine hoch über dem Wasser hängende Wurst zu erhaschen, sowie einer kleinen komischen Einlage, dem Hansl-und-Gretl-Spiel. Traditionell findet die Veranstaltung an einem Wochenende Anfang August statt, oft eingeleitet von einem Flussfest am Vorabend. Alle fünf Jahre wird das Programm zur größeren Piratenschlacht ausgebaut, einer vom Schifferschützen-Corps inszenierten Erweiterung des Brauchs.

Bedeutung heute

Die gewerbliche Salzschifffahrt auf der Salzach ist längst Geschichte, einen praktischen Zweck erfüllt das Schifferstechen daher nicht mehr. Gerade in seiner spielerischen, unernsten Art liegt aber sein Reiz: Der Volkskundler Karl Zinnburg beschrieb es bereits 1972 als „ein eigenartig lustiges Spiel“ ohne jeden dramatischen Anspruch.

Heute hält der Wettkampf vor allem die Erinnerung an die verschwundene Schifferzunft und an die enge Verbindung zwischen Laufen und Oberndorf wach – zwei Orte, die heute eine Staatsgrenze trennt, die aber jahrhundertelang derselbe Fluss, derselbe Erwerb und dieselben Bräuche verbunden haben. Getragen wird die Tradition weiterhin vom Schifferschützen-Corps Oberndorf, das auf jene Schutztruppe von 1278 zurückgeht und neben dem Schifferstechen auch die Plättenfahrten und die Sonnwend auf der Salzach ausrichtet.

Schwammtragen

Das Schwammtragen ist die Unkener (Unken im Pinzgau, Salzburg) Art, das geweihte Osterfeuer von der Kirche nach Hause zu bringen. Der Pfarrer segnet das Feuer vor der Kirche. Danach tragen die Menschen es in ihre Häuser, aber nicht mit Laternen, sondern mit glühenden Baumschwämmen aus dem Bergwald, die laut Experten schon in der Steinzeit als Feuerzeuge dienten.

Das Ziel ist dabei immer dasselbe wie überall: das geweihte Licht soll den Heimweg überstehen und den Herd zuhause neu entzünden. Nur das Mittel ist ein anderes.

Der Schwamm: Was steckt dahinter?

Der „Schwamm“ ist kein Badeschwamm und auch kein essbarer Pilz. Es handelt sich um Polyporus fomentarius, einen Pilz, der vorwiegend an Buchenstämmen vorkommt und traditionell als Zunder verwendet wird. Weil er den Krankheitszustand des Baumes anzeigt und die sogenannte Weißfäule des Holzes verursacht, ist auch die Bezeichnung Feuerschwamm gebräuchlich.

Die Schwämme werden von der Buche heruntergeschnitten, ein Jahr lang getrocknet und dann an einem Draht befestigt. Das ist kein spontaner Handgriff in der Osternacht, sondern erfordert Planung fast ein Jahr im Voraus. Vor allem Schwämme, die auf dürren Buchen wachsen, eignen sich besonders gut. Er soll nicht zu trocken sein, damit die Glut auch über einen langen Heimweg erhalten bleibt.

So funktioniert es in der Praxis

Sobald der Schürmeister das Holz in der Feuerstelle vor der Kirche anzündet und es geweiht wurde, drängt sich eine Schar Kinder darum, ihre getrockneten Schwämme ins Feuer zu halten.

Je weiter entfernt die Unkener von der Kirche wohnen, desto größer muss der Schwamm sein und desto länger muss er ins Feuer. Das reicht von fünf bis zehn Minuten. Die Größe des Schwamms ist also keine Frage des Ehrgeizes, sondern eine simple praktische Kalkulation.
Wenn der Schwamm glüht, trägt man ihn schwingend nach Hause. Durch das Schwingen in der Luft wird die Glut immer wieder angefacht. Wer gut schwingt, bringt das Feuer heim. Wer nicht aufpasst, steht im Dunkeln.

Unken ist eine weit verstreute Gemeinde mit Höfen in entlegenen Seitentälern. Im Ortsteil Gföll sind manche Höfe rund zweieinhalb Stunden Gehzeit von der Kirche entfernt. Mit einer gewöhnlichen Kerze wäre das schlicht nicht zu bewältigen. Der Schwamm war die technisch überlegene Lösung.

Wer darf schwammtragen?

Wie viele religiöse Rituale und Ämter war das Schwammtragen ursprünglich Buben vorbehalten. Selbst wenn es auf einem Hof nur Töchter gab, durften sie den Brauch nicht übernehmen. In dem Fall wurden Nachbarkinder damit beauftragt, das Osterfeuer zu bringen.

So wie Ministrantinnen in der Kirche selbstverständlich geworden sind, schwingen heute auch Mädchen ihre Schwämme. Eine emanzipatorische Entwicklung, die im Ort selbst ganz nüchtern wahrgenommen wird: einfach normal.

Üblich ist laut lokaler Überlieferung eine kleine Belohnung für die Träger. Ein geweihtes Ei oder Süßigkeiten als Dankeschön für die Träger ist üblich. Ob dies heute noch flächendeckend so gehandhabt wird, ist nicht belegt.

Ist der Brauch wirklich einzigartig?

Hier lohnt sich eine etwas genauere Betrachtung. Das Schwammtragen gibt es in dieser Form nur in einer Gemeinde in Österreich: in Unken im Pinzgau. Das ist die übliche Formulierung, und sie stimmt so weit.

Allerdings zeigt ein Blick in die Nachbarschaft, dass die grundlegende Idee, die geweihte Osterglut auf originalem Weg nach Hause zu bringen, ehemals weiter verbreitet war. Das sogenannte „Geweiht-Feuer-Laufen“ war bis in die 1970er Jahre noch teilweise im Stadtgebiet von Bad Reichenhall gepflegt. In Piding und Inzell gibt es es heute nicht mehr, ebenso in Großgmain, wo er nach einem Unglücksfall in den 1980er Jahren abgeschafft wurde. Heute ist das Geweiht-Feuer-Laufen noch in Marzoll und Karlstein üblich, und auch in Reit im Winkl und Waidring heißt der Brauch „Schwammtragen“.

Das heißt: Die Unkener Variante ist nicht die einzige lebendige Form dieses Brauchs in der Region, wohl aber die bekannteste und am besten dokumentierte. Das sollte entsprechend fair eingeordnet werden.

Warum hat sich der Brauch ausgerechnet hier erhalten?

Was auf den ersten Blick wie ein folkloristisches Schauspiel wirkt, ist laut Althistorikern, Archäologen, Historikern und Volkskundlern ein lebendiges Relikt aus Jahrtausenden, in denen dauerhaft verfügbares Feuer alles andere als selbstverständlich war.

Die geografische Lage von Unken spielt eine entscheidende Rolle. Ein weitläufiges Gemeindegebiet, abgelegene Höfe, lange Fußwege: All das machte den Schwamm als Feuerträger praktisch notwendig. Das Schwammtragen ist damit nicht nur religiöses Ritual, sondern auch ein seltenes Beispiel für die Weitergabe praktischen Wissens aus vorindustrieller Zeit.
Wo die moderne Infrastruktur früher einzog, verschwand der Brauch. Wo sie später oder langsamer kam, blieb er.

Bedeutung heute

Der Brauch wird von Generation zu Generation weitergegeben.

Sicher kann ich heutzutage auch mit einer Kerze in einer Laterne nach Hause gehen. Aber das Schwammtragen ist einfach ein alter Brauch bei uns, den wollen wir erhalten

Sebastian Wimmer, Eggerbauer Senior aus Unken

Das sagt viel aus. Es geht längst nicht mehr um Notwendigkeit. Es geht um Identität, um Kontinuität, um das Bewusstsein, dass man etwas tut, das Generationen vor einem genauso getan haben. Rauchend, schwingend, glühend. Den Hang hinauf, den Hof entlang.

Sebastiani-Schnapserl

Im salzburgerischen Pinzgau ist es zur Tradition geworden, am 20. Jänner ein kleines Schnapserl zu Ehren des heiligen Sebastian zu genießen und dabei auf das Wohl und die Gesundheit anzustoßen. Die Beweggründe für diese liebenswerte Gepflogenheit, die sich an diesem festlichen Tag abspielt, sind natürlich die eigene Gesundheit

Wenn also der 20. Jänner da ist, wird die regionale Gemeinschaft aktiv und widmet sich dem „Schnapseln“, einer charmanten Tradition, die vor allem dazu dient, das eigene Wohlbefinden zu pflegen. An diesem speziellen Tag, der als Sebastiani bekannt ist, kommt die Menschen zusammen, um in fröhlicher Runde auf die Gesundheit und das Wohl aller Anwesenden anzustoßen. Die Wahl des Datums ist dabei keineswegs dem Zufall überlassen, sondern steht in engem Zusammenhang mit der Verehrung des heiligen Sebastian.

Schon die griechische Mythologie meint, dass Menschen mit Pest, von Pfeilen eines erzürnter Gottes getroffen wurden. Durch sein Pfeilmartyrium gilt der heilige Sebastian seit dem Mittelalter als Schutzpatron bei Krankheiten.

Zu seinen Ehren entstanden viele Bräuche, die auch noch oder wieder gelebt werdeb. Der Sebastianischnaps wird noch immer nach der Kirchzeit oder zuhause in der Familie getrunken. Man stößt dabei zu Ehren des heiligen Sebastian auf die Gesundheit an, traditionell entweder mit einem Holler-, Moosbeer-, Vogelbeer- oder Enzianschnaps.

Neben dem Gesundheitsschnaps war früher auch ein Nähverbot Sebastianitag verbreitet

So wird aus Dienten berichtet, dass dort am Sebastianitag die Frauen Feiertag haben und unter keinen Umständen eine Nadel anrühren, da sie der Auffassung sind, man könnte damit dem Heiligen wehe tun.

Salzburger Volksbräuche, Salzburger Druckerei, Karl Zinnburg, 1971